[2] H. REHWALDT / DER KOLLEKTIVSTAAT – DAS ZIEL ROM-JUDAS

In diesem Beitrag kann man folgende Kapitel aus dem Buch “Der Kollektivstaat – das Ziel Rom-Judas” von Hermann Rehwaldt lesen:

Ein komplettes Inhaltsverzeichnis des Buches befindet sich in Beitrag 1.

„Das Rasseerbgut des Deutschen fordert größte persönliche Freiheit in den Dingen des Glaubens und der Kultur. Das Gotterleben im Deutschen ist absolut persönlich und frei und verträgt keinerlei Fesseln und Kerkermauern. Aber auch politisch erträgt der Deutsche jeden Zwang nur mit äußerstem Widerwillen und auf Kosten seines Gotterlebens, da sein ausgeprägter Gottesstolz durch fortgesetzten Druck gebrochen wird. In wirtschaftlicher Hinsicht fordert die Deutsche Volksseele eine durch sittliche, volkerhaltende Grenzen eingeschränkte Freiheit der Initiative und lehnt jede Bevormundung als demütigend ab. So würde das Kollektiv für das Deutsche Volk noch schneller tödlich wirken als bei der Mehrzahl der oben behandelten Völker.

Deshalb sind wir freie Deutsche schärfste Gegner des Kollektivgedankens in seiner Anwendung auf das Deutsche Volk. Deshalb bekämpfen wir aber nicht minder scharf die unsittliche, ungehemmte Freiheit des Liberalismus, die sich über alle Grenzen der Volkerhaltung in krassestem Individualismus hinwegsetzt und so hemmungloses Schwelgen in allen Genüssen auf der einen Seite und restlose Ausplünderung und nameloses Elend auf der anderen Seite zeitigt. Beide Systeme, der Liberalismus wie das Kollektiv, sind Waffen der überstaatlichen Mächte, die ihnen die Erreichung des Endzieles, der ungehinderten Weltherrschaft, erkämpfen sollen. Durch den Liberalismus zerstörten Rom und Juda, unterstützt durch die christliche Lehre und die Okkultverblödung, die ehedem bestehende Einheit von Blut, Glauben, Kultur und Wirtschaft in den Völkern, schafften künstlich Klassengegensätze, die letzten Endes nicht in der Natur der Dinge, wie Marxisten behaupten, sondern eben nur in der geistigen Entrassung der Völker wurzeln, enteigneten Teile der Völker, die Schaffenden, und stürzten das gesamte völkische Leben, kulturell wie wirtschaftlich, in einen Zustand der Anarchie, die den Völkern so unerträglich wurde, daß sie sich nach einer Änderung der Verhältnisse sehnten.

Und als der Boden dazu genügend vorbereitet war, zeigten sie den Völkern den Zwangsstaat als das Alleinheilmittel. Der hemmunglosen Freiheit der liberalistischen Zeit überdrüssig, greifen zahlreiche Völker nach diesem neuen Mittel, ohne zu erkennen, welche Gefahren für die Volksseele und die Volkserhaltung es in sich birgt. Gegensätze ziehen sich an, sagt man im Volke. Und so sehnen sich gerade die Völker, die am hemmunglosesten die „Freiheit“ des liberalistischen Zeitalters , dessen prächtigster Vertreter u. a. die Weimarer Republik war, nach „eiserner Zentralgewalt“, nach „autoritärem Staat“, nach einer „tatkräftigen“ Regierung, nach „Ordnung“. Und die Überstaatlichen nutzen dieses Sehnen in ihrem Sinne aus, indem sie sich dieser Begriffe bemächtigen, ihnen, um das völkische Wollen abzufangen, einen geheimen, okkulten Sinn unterschieben.

Die Errichtung der einzelnen Kollektivstaaten ist nicht das Endziel der Überstaatlichen. Sie ist nur ein Übergangsstadium zum Weltkollektivstaat, um dessen Oberherrschaft Rom und Juda mit ihren Hörigen und Hilftruppen noch einen erbitterten Kampf werden führen müssen. Sie führen ja auch jetzt schon diesen „Nibelungenkampf“, den Kampf der Dunkelmächte, unter der Oberfläche. Und die Völker dürfen nicht vergessen, daß alle diese Kämpfe auf ihre Kosten, mit ihrem Blut ausgefochten werden.“

Ab hier geht es weiter mit dem Originaltext des Buches.


Das Inka-Reich und sein Ende.

Als klassischstes Beispiel eines außerhalb des jüdischen Einflußkreises liegenden Kollektivstaates dient der Inka-Staat, in der Yunkasprache Tahunatinsuyu, dessen Hauptstadt im heutigen Peru lag. Die sogenannte alte Welt vermag nichts diesem Reich Gleichwertiges aufzuweisen. Denn die urchristliche Gemeinde, die wir kurz erwähnt hatten, war wie die Amanagemeinde im heutigen Amerika und der Wiedertäuferstaat in Münster 1534 nur ein Staat im Staate und kein selbständiges Staatsgebilde.

Das Reich Tahuantinsuyu erstreckte sich in seiner höchsten Ausdehnung von den Grenzen der heutigen südamerikanischen Republiken Ecuador und Columbien südwärts bis zum Rio Maule in Chile und von dem Stillen Ozean ostwärts bis über die Anden. Seine Bevölkerung wurde von den zeitgenössischen Chronisten sehr verschieden geschätzt. Während Squier sie auf zehn bis zwölf Millionen schätzt, berichtete der spanische Bischof Las Casas, daß die Spanier vierzig Millionen Menschen im Inka-Reich ermordet haben, so daß die Einwohnerzahl in der Tat wohl noch höher gewesen war.

Die Bevölkerung bestand vorwiegend aus Ackerbauern; da jedoch Handel diesem Volke anscheinend nicht lag, war die gesamte Wirtschaftordnung autark, d. h. alle Verbrauchsgüter wurden im Lande selbst hergestellt. Das Land wies einen außerordentlichen Reichtum an Edelmetallen, namentlich an Gold, auf, das aber im Volke nicht die Bedeutung hatte wie in Europa. Es wurde zu Kunstgegenständen und Gebrauchsartikeln verarbeitet, hatte aber keinerlei Handelswert. Da jedoch in den Tempeln der verschiedenen Gottheiten, namentlich des Sonnengottes Inti, ungeheure Mengen Gold in Barren aufgestapelt waren, die die Spanier bei der Eroberung des Landes zum Teil vorfanden, so darf daraus wohl geschlossen werden, daß mindestens der Priesterschaft bekannt gewesen sein dürfte, daß Gold irgendwo in der Welt ein Wertobjekt darstellt und daß deshalb seine Aufspeicherung unter Umständen von Nutzen sein könnte. Geld war jedenfalls im Lande Tahuantinsuyu unbekannt und, wie wir noch sehen werden, vollkommen unnötig.

An der Spitze des Reiches stand der Inka, der Kaiser. Er war nach der im Lande herrschenden Religion der leibhaftige Sohn des Sonnengottes Inti und als solcher unbeschränkter Herr des Landes und über alles, was dieses Land hervorbrachte, was darauf wuchs und lebte. Diese Eigenschaft des Kaisers, die eine schwache Parallele in dem Gottesgnadentum der europäischen Regenten hat, brachte es mit sich, daß in dem Inka-Reiche ein Machtkampf zwischen der weltlichen und der priesterlichen Gewalt niemals bekannt war. Ein solcher Zustand des Dauerfriedens zwischen dem Herrscherhaus und der Priesterschaft ist uns höchstens aus dem alten Rußland bekannt, wo das Gottesgnadentum des Zaren nicht nur für die Laien, sondern auch für die Priesterschaft Geltung hatte und der Zar der faktische Oberpriester war. Die Priesterkaste im Inka-Reiche war, wenn man so sagen darf, verfassungmäßig so gestellt, daß sie alle Veranlassung hatte, die Gottessohnschaft des Inka eifrig zu predigen und diesen Glauben nach Kräften wach zu erhalten. Sie war im Besitz des gesamten Wissens und erhielt ein Drittel des Landesertrages als „Kirchensteuer“ zugewiesen.

Aus dieser Stellung des Kaisers, begründet in der Religion des Volkes, ergibt sich die gesamte politische und wirtschaftliche Struktur des Reiches Tahuantinsuyu. Das gesamte Land mit allem, was es barg und hervorbrachte, war alleiniges Eigentum des Inka. Der Inka übergab nun dieses sein Grundeigentum dem Volke zur Bearbeitung, damit dieses Volk, das doch ebenfalls sein Eigentum war, leben konnte.

Das Inka-Gesetz kannte kein Arbeitrecht der Volksglieder, sondern nur strenge Arbeitpflicht. Vom fünfundzwanzigsten Lebensjahr an bis zur Vollendung des fünfzigsten Jahres standen die Untertanen des Inka im Arbeitdienst. Vorwiegend Ackerbauer, bebauten die Inka-Peruaner unter Aufsicht der ihnen vorgesetzten Beamten gemeinschaftlich die ihnen alljährlich zugeteilten Ländereien und hatten sich dabei streng nach den Anweisungen der Beamten zu richten. Andere, in denen die Aufsichtbeamten in ihrer Jugend besondere Fähigkeiten entdeckt hatten und die eine entsprechende Ausbildung in den staatlichen Schulen, den Amauta-Schulen, genossen hatten, pflegten das ihnen zugewiesene Handwerk oder die erlernte Kunst. Ihre Bedürfnisse wurden aus dem Ertrag der Gemeindearbeit gestillt. Der Arbeitertrag der Untertanen wurde wie folgt eingeteilt: ein Drittel dem Inka, ein Drittel dem Sonnengott, den Priestern, ein Drittel der Gemeinde, die es unter ihre Glieder verteilte.

Das gesamte Volk war nach einem starren System eingeteilt und verwaltet, wie die Starrheit des Systems überhaupt ein Merkmal des Kollektivstaates ist. Über je zehn Familien war ein „Tschunkakamayok“, ein staatlicher Pfleger, gesetzt. Je fünfzig bis hundert Familien unterstanden einem „Kurakuna“, tausend bis fünftausend einem „Kuraka“, zehntausend einem „Hunu“ und vierzigtausend Familien bildeten endlich eine Provinz unter einem „Apokone“, der dem Kaiser mehrere Male im Jahre persönlich Rechenschaft über seine Provinz zu geben hatte. Alle diese Beamten wurden von der Regierung von oben eingesetzt und nicht etwa gewählt. Die beamtenposten waren erblich, blieben also stets in der Familie, wobei allerdings die Erstgeburt bei der Besetzung der Ämter keine Rolle spielte. Jede Karriere aber war ausgeschlossen, da ein „Tschunkakamayok“ zeitlebens „Tschunkakamayok“ blieb und auch sein Sohn niemals zu einem „Kuraka“ avancieren konnte. Parallel dazu war auch die Handwerksausübung an die Familie gebunden. Nur im Bedarfsfalle – und es war wohl immer Bedarf an tüchtigen Handwerkern – wurden Söhne von Ackerbauern z. B., wenn sie ausgesprochene Befähigung zeigten, in irgendeinem Handwerk unterwiesen.

Die Obliegenheiten eines Zehntschaftführers bestanden in der dauernden Beaufsichtigung der ihm unterstellten Familien. Er war dafür verantwortlich, daß diejenigen Untertanen, die in ihrer Kindheit besondere Fähigkeiten zeigten, für die Amauta-Schulen gemeldet wurden. Er hatte dafür zu sorgen, daß seine Untergebenen die ihnen zugewiesenen Arbeiten ungesäumt und streng nach Vorschrift und Gesetz verrichteten, denn das Inka-Gesetz regelte selbst die Bestellung der Felder. Er hatte endlich nach der statistischen Erfassung seiner Untergebenen auch für die richtige Auswahl der Brautpaare alljährlich zu sorgen, da selbst dieses dem Staate oblag, obgleich die persönlichen Neigungen der jungen Leute zueinander nach Möglichkeit berücksichtigt wurden, – allerdings waren Ehen nur innerhalb einer Gemeinde statthaft, d. h. die Braut und der Bräutigam mußten derselben Gmeinde angehören. Auch der Verzug von einem Ort in einen anderen war untersagt, was die Verwaltung natürlich ungemein erleichterte, die Untertanen aber zu vollkommenen Sklaven machte.

Zur Überwachung der Tätigkeit der Zehntschaftführer reisten dauernd durch die Provinzen den Beamten unbekannte Geheimagenten, „Tuirikok“ genannt, die wiederum von geheimen Staatsanwälten, „Tarisapak“, überwacht wurden. Da das System starr und rein mechanistisch war, bildete dieses doppelte Spionagesystem eine dringende Notwendigkeit. Vertrauen kennt ein Kollektivstaat nicht.

Die gesamte Bevölkerung des Landes war außerdem in zwölf Altersstufen eingeteilt. Die ersten sieben Stufen umfaßten die ersten Lebensjahre von der Geburt bis zum sechzehnten Lebensjahr. Diese sieben Stufen galten sozusagen als arbeitdienstmildernde Faktoren für die Eltern. Die achte Stufe – vom sechzehnten bis zum zwanzigsten Lebensjahr – war bereits verpflichtet, den Eltern bei ihrer Arbeit zu helfen. Auch die Jahrgänge der neunten Stufe – vom zwanzigsten bis zum fünfundzwanzigsten Jahre – galten noch als Gehilfen. Mit fünfundzwanzig Jahren wurden die jungen Leute von Staats wegen verheiratet und erhielten noch ein Jahr Freiheit, bevor sie endgültig in das arbeitdienstpflichtige Alter traten, das bis zum fünfzigsten Lebensjahr dauerte. In der nächsten Altersstufe, von fünfzig bis sechzig Jahren, wurden die Untertanen als Aufseher und bei leichteren Arbeiten verwendet, und in der letzten, vom sechzigsten Jahre an, durften sie sich zur Ruhe setzen und wurden auf Kosten der Allgemeinheit unterhalten.

Die Arbeiten, zu denen der gemeine Untertan, Hatunruna, während seiner Dienstpflicht herangezogen wurde, waren mannigfaltiger Art. Nicht nur Ackerbau und seßhaftes Handwerk wurden da betrieben. Der Staat zog ganze Gemeinden zum Bau von Kanälen, Kunststraßen, Festungen und Tempel heran, und während dieser Zeit wurden die Familien der Eingezogenen vom Staat unterhalten.

Bis zum sechzehnten Lebensjahr wurden die jungen Männer einer sorgfältigen Ausbildung auf allen Gebieten, deren sie im späteren Leben bedürfen konnten, darunter auch einer strengen Wehrausbildung, unterworfen. Im Kriegsfalle konnte das Reich Tahuantinsuyu nach Brehm dreihunderttausend Krieger in einem wohlorganisierten Heer aufstellen. Das ständige Heer bestand aus einer kaiserlichen Leibwache, der Garnison der Hauptstadt Kuzko und den Besatzungen der festen Plätze an den Grenzen.

Das Reich Tahuantinsuyu hatte völkisch keine einheitliche Bevölkerung. Es war das Ergebnis einer planmäßigen Eroberungpolitik der Inka, die die Grenzen ihres Reiches ohne Übereilung und nach einem klugen System erweiterten. Nachbarstämme, die nicht die hohe Stufe der Zivilisation und Kultur erreicht hatten, auf der das Inka-Reich stand, wurden nach sorgfältiger Vorbereitung mit Krieg überzogen und dem Reich Tahuantinsuyu einverleibt. Diese Kriege waren reine Eroberungkriege und drehten sich niemals um Glaubensfragen, wie es um die gleiche Zeit – vom XII. bis zum XVI. Jahrhundert unserer Zeitrechnung – in der „alten Welt“ üblich war. Die Stammesgötter der Besiegten wurden nicht etwa gestürzt und beleidigt. Sie wurden im Gegenteil in den Götterrat der Inka-Götter als gleichberechtigt aufgenommen. Die Priester des Inka-Reiches begnügten sich mit einer nachdrücklichen Propaganda der Gottessohnschaft des Inka, unterstützt durch den offensichtlich der Hilfe des himmlischen Vaters des Kaisers zu verdankenden Erfolg und die ungeheure Pracht, die der Inka gern zur Schau stellte und die ihre Wirkung auf die weniger zivilisierten Besiegten kaum verfehlte. Diese Tätigkeit der Priester wurde dadurch erleichtert, daß zahlreiche Ureinwohner des Inka-Reiches in die eroberten Gebiete zwangsweise verpflanzt, während eine Anzahl der Besiegten in dem Reich angesiedelt wurden. Zudem handelte es sich um rassisch verwandte Stämme, deren Religionen wohl sämtlich miteinander ebenfalls verwandt waren. So wurden sie nach und nach in dem Reiche der Inka aufgesogen und nahmen den Quicha-Dialekt als Staatssprache an. Neue Eroberungen wurden klugerweise erst vorgenommen, wenn die alten bereits „verdaut“ worden waren.

Die Eroberung und vollständige Vernichtung dieses mächtigen Reiches durch eine Handvoll spanischer Abenteurer unter Franzisco Pisarro mutet beinahe wie ein Märchen an. 62 Reiter, 106 Infanteristen und 20 Armbrustschützen mit zwei Geschützen brachten es fertig, das Millionenreich vom Erdboden zu vertilgen und die Bevölkerung auf einige wenige Hunderte zu dezimieren. Gewiß hatten die Spanier die Überlegenheit der Waffen für sich, die einen gewissen Ausgleich im Kräfteverhältnis brachte, wie es zahlreiche offene Schlachten mit den Peruanern bewiesen haben. Gewiß war das Inka-Reich durch dynastische Wirren zweier Thronprätendenten zerrissen., woraus die gewissenlosen Spanier ihren Vorteil zu ziehen verstanden. Gewiß waren die katholischen spanischen Freibeuter den „wilden“ Indianern in der Verwendung der List, des Verrats und der Lüge als Kampfwaffe überlegen. Gewiß spielte dabei auch die Legende von den „weißen Göttern“, die einen Bestandteil der Inka-Religion bildete, ihre verhängnisvolle Rolle, indem sie den spanischen Freibeutern gewissermaßen göttliches Ansehen in den Augen der Peruaner verlieh, wenigstens solange sie noch keinen Spanier umgebracht hatten. Aber all das würde niemals ausgereicht haben, um Pisarro einen so leichten Sieg in den Schoß zu werfen. Der tiefere Grund des Unterganges des Reiches Tahuantinsuyu ist – das Kollektiv.

Durch die jahrhundertelange planmäßige Erziehung zur Unselbständigkeit, durch den jahrhundertealten zwang, der auf dem Volke – zuletzt vielleicht diesem unbewußt – lastete, ward in der Seele des Inka-Volkes der gesunde, göttliche Selbsterhaltungwille getötet. Das an sich wehrhafte Volk war eines selbständigen Entschlusses nicht fähig und hat in der entscheidenden Minute seines Lebens versagt. Die Folge war der grausame Untergang.

Inmitten eines riesigen Heerlagers der Peruaner wagte es Pisarro mit seinen wenigen Getreuen, den obersten Führer dieses Heeres und Kaiser des Landes, den letzten Inka Atahualpa, durch Verrat festzunehmen und in Ketten zu legen. Gleichzeitig überfielen die annähernd 200 Spanier das etwa 30000 Mann zählende Inkaheer und metzelten im Verlaufe einiger Stunden mehrere tausend Peruaner. Und das riesige und wohlorganisierte Heer des Inka verhielt untätig auf dem Platze, ohne sich zu wehren und ohne zu fliehen, – weil es einen Befehl seines obersten Kriegsherrn weder zu dem einen, noch zu dem anderen hatte! Nur die anbrechende Nachtunterbrach das Blutvergießen, zu dem die Spanier durch den Mönch Valverde mit den Worten angefeuert wurden:

„Stoßt die Heiden nieder, haut um Euch! Ich absolviere Euch von allem!“

Also ganz im Sinne des Bibelwortes Lukas 19,27: „Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erschlaget sie vor mir.“

Mit der Gefangennahme Atahualpas und der Niedermetzelung des Inkaheeres war das Schicksal des Reiches Tahuantinsuyu, das auf eine Geschichte von etwa 300 Jahren und auf eine Reihe von zwölf tüchtigen Regenten zurückblickte, besiegelt. Dies geschah am 16. Ernting des Jahres „des Heils“ 1533. Und im Jahre 1603, also siebzig Jahre nach dem Fall des Kaiserhauses, zählte die Bevölkerung des Riesenreiches nur noch 567 Menschen! Die Bekehrung der Peruaner zum Christentum forderte noch größere Blutopfer in einer verhältnismäßig kürzeren Zeit, als die Kreuzespropaganda durch Karl den Sachsenschlächter und seine Nachahmer in Deutschland.

Maya und Azteken.

Der Heldentod eines Volkes.

In den beiden mittelamerikanischen Staatengebilden, dem Maya- und dem Azteken-Reich, ging die Entwicklung des Kollektivgedankens andere Wege als im Inka-Reich. Eigentlich ist die Bezeichnung Maya-Reich nicht richtig, weil es sich dabei um mehrere nur kulturell zusammenhängende kleine selbständige Staaten auf dem Yucatan und in Guatemala handelt, die die Spanier bei ihrem Einfall in das Land vorgefunden und zerstört hatten. Da es aber ehedem ein großes Maya-Reich unter der Vorherrschaft der Mayapan gegeben haben muß, von dem die übriggebliebenen Staaten als Splitter erhalten blieben, darf man wohl – vor allem bei der Einheitlichkeit der Kultur – von einem Maya-Reich sprechen.

Mit dem Namen Maya-Indianer bezeichnet man gewöhnlich die Einwohner des Yucatan, jedoch muß diese Bezeichnung auch auf Stämme ausgedehnt werden, die auf dem Gebiet der heutigen mexikanischen Provinz Chiapas – der eigentlichen Wiege der Maya-Kultur – und in Guatemala lebten. Die heutige Bevölkerung ist rassisch und völkisch vermischt und vollkommen heruntergekommen. Maya sind das einzige amerikanische Volk, das sich eine Schriftsprache geschaffen hatte, ihre Baudenkmäler enthalten eine große Menge Inschriften, die aber bis in die jüngste Zeit noch nicht entziffert werden konnten. Es ist ein erschütternder Beweis dafür, in welcher Gründlichkeit die „bekehrende“ katholische Kirche die Überlieferung der „bekehrten“ Heiden vernichtet, daß selbst der Schlüssel zur Schriftsprache der Maya verlorengegangen war, obgleich der Untergang des Maya-Reiches sich in geschichtlicher Zeit, in der ersten Hälfte des XVI: Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, vollzogen hat. Erst kürzlich konnte die Presse melden, daß es endlich gelungen ist, die Maya-Schriftsprache zu entziffern. In wenigen Jahren werden wir also über dieses rätselhafte Volk mehr wissen als heute.

Wir verdanken unsere Kenntnisse der Maya-Kultur und – Geschichte in erster Linie katholischen Chronisten, meist Geistlichen, deren Objektivität wohl nicht über alle zweifel erhaben ist. Die Christianisierungmethoden auch in Mexiko waren eben derart, daß man mit Hilfe der Verunglimpfung der „Heiden“ einen Schein der Entschuldigung dieser Methoden oder zum mindesten eine gewisse Abschwächung des Eindrucks zu erreichen trachtete. Nach einem Beweis dieser Behauptung brauchen wir nicht lange zu suchen. Wir brauchen nur an die Adventpredigten des römischen Kardinals Faulhaber in München im Jahre „des Heils“ 1933 zu erinnern, da der römische Kirchenbeamte es wagen durfte, unsere Deutschen Ahnen ad majorem dei gloram – zum größeren Ruhme Gottes – öffentlich und im „Gotteshause“ zu schmähen. Solange also die Maya-Inschriften und die noch erhaltenen Maya-Handschriften nicht restlos entziffert sind, werden wir kein abschließendes Urteil über die Maya-Kultur und -Geschichte gewinnen können.

Das Wesentliche der politischen Struktur der Maya-Staaten und der Weltanschauung des Volkes jedoch, das auch zu dem Untergang des großen Maya-Reiches wie der Splitterstaaten geführt hat, läßt sich aus den Berichten der Zeitgenossen bei aller Vorsicht rekonstruieren, und darauf kommt es bei der vorliegenden Arbeit an.

Aus den erhaltenen Überlieferungen der Maya läßt sich darauf schließen, daß sie ursprünglich einen priesterlichen Staat bildeten, in dem das „profane“ Volk eine Sklavenmasse unter der Herrschaft der Priester war. Durch Höllenverängstigung und Versprechen des himmlischen Lohnes im Jenseits hielt die erbliche Priesterkaste das Volk in ihrem Bann. Kriegerische Verwicklungen mit Nachbarstämmen und der Maya-Stämme untereinander ermöglichten die allmähliche Heranbildung des Schwertadels, der sich mehr und mehr in den Vordergrund schob. Bei einigen Stämmen, wie zum Beispiel bei den Mayapan, entwickelten sich die späteren Fürstengeschlechter aus der Verweltlichung der priesterlichen Herrscher, bei anderen dagegen, wie in Itzamal, erhielt sich die Priesterherrschaft bis zum Einbruch der Spanier. In beiden Fällen aber herrschte entweder das Fürstengeschlecht neben der Priesterschaft oder diese allein über ein unter viele Feudalherren verteiltes Sklavenvolk, das keinerlei Rechte besaß, in tiefstem okkulten Aberglauben befangen blieb und so den „Herren“ vollständig ausgeliefert war.

Die Religion der Maya erfüllte vollkommen ihren Zweck der Versklavung des Volkes. Der ursprüngliche Glaube an den alleinigen Gott Hunakbu, den Schöpfer der Welt, wurde durch den dualistischen Kult der gefiederten Schlange Kutulkan oder Gukumatz und des heiligen Vogels Quetzal als Vertreter von Sonne, Licht und Leben und der ihnen gegenüberstehenden Vertreter der Nacht, des Dunkels und des Todes überwuchert, Menschenopfer, allerlei Widernatürlichkeiten, die ihren höchsten Ausdruck in dem Phalluskult gefunden hatten[Phallus – griechisch das männliche Zeugungglied. Die phallischen Kulte, auch in Ägypten, Assyrien (Sumerien) usw. gepflegt, hatten den Phallus im Mittelpunkt als Symbol der Zeugungkraft. Die okkulten Mysterienlehren des Orients betrieben diesen Kult ebenfalls. Damit waren häufig rituelle Unzucht und allerlei Widernatürlichkeiten verbunden.], nahmen überhand und führten allmählich den Untergang des auf hoher Kultur- und Zivilisationstufe stehenden Volkes herbei. Auch die Nebenbuhlerschaft und der erbitterte Konkurrenzkampf der beiden Religionrichtungen, der von Chichen-Itza und der von Itzamal, die zu blutigen Religionkriegen und Aufständen führten, mögen dazu beigetragen haben.

Und als die goldgierigen und fanatisch-christlichen Banden des Ferdinand Cortez in den zwanziger Jahren des XVI. Jahrhunderts die aus den inneren Wirren übriggebliebenen Maya-Staaten überrannten, fanden sie geringen Widerstand in dem zum kollektiv erzogenen Volk. Eins nach dem anderen ergaben sich die kleinen Reiche dem fremden Joch, und die Christianisierung des Volkes vollzog sich sogar nicht so blutig wie im Inka- oder Aztekenreich. Das versklavte Volk war einer Gegenwehr nicht fähig und tauschte ja letzten Endes nur eine Priesterherrschaft gegen eine andere. Die Dogmenstarre und die Fremdheit des Glaubens blieben dieselben, nur die Götter wechselten. Nur der kleine Maya-Staat von Petén erhielt über ein Jahrhundert lang seine Selbständigkeit und die ererbte Kultur und fiel erst 1671 der Vernichtung durch die siegreichen Christen anheim.

Das Schicksal der Maya-Staaten war aber bereits vor dem Einbruch der Spanier besiegelt. Ein neuer Kulturkreis, allem Anschein nach in Mittelamerika jünger als die altanfällige Maya-Kultur, war im siegreichen Vordringen von seinem Zentrum in Tenochtitlan (Mexiko) aus nach allen Richtungen der mittelamerikanischen Landenge. Der zu der Sprachenfamilie der Nahua gehörende Stamm der Azteken, man möchte sagen der Preußen Mittelamerikas, schuf in etwa zweihundertjährigen blutigen Kämpfen ein Reich, das voraussichtlich das gesamte Gebiet zwischen dem Rio Grande del Norte und dem Isthmus von Panama erfaßt hätte, wenn Fernand Cortez ihm nicht ein jähes Ende bereitet hätte.

Zur Zeit des Einfalles der „Eroberer“[Die spanischen Abenteurer, die den neuentdeckten Kontinent plündernd, mordernd und brandschatzend, „bekehrend“ überschwemmten, nannten sich „conquistadores“ – Eroberer.] erstreckte sich das Aztekenreich oder in der Nahuasprache Anahuac von dem Panucofluß bis zur heutigen Republik Salvador unter Ausschluß des Yucatan und verschiedener kleiner Eklaven, wie des Tlaskala-Staates fast vor den Toren von Tenochtitlan. Es verfügte über ein zahlreiches, wohlorganisiertes Heer und führte einen lebhaften Handel mit den Erzeugnissen des Landes. Als Scheidemünzen galten Kakaobohnen und für größere Beträge Gold und Silber. Der Reichtum an Edelmetallen im Reich Anahuac konnte sich zwar mit dem der Inka nicht messen, war aber trotzdem sehr erheblich. Die Bau- und Schmiedekunst, das Kunstgewerbe blühten, und den benachbarten Maya verdankten die Azteken ihre astronomischen Kenntnisse, die Kunst, ausgezeichnete geographische Karten ihres Landes herzustellen, und – zu ihrem Nachteil – eine Verfeinerung, ja Verfremdung und Entartung ihrer Religion, was zu einem nicht unbeträchtlichen Teil dazu beitrug, den Keim der inneren Zersetzung und somit des Todes in die Volksseele zu legen.

Der kleine, aber wehrhafte und politisch äußerst aktive Stamm der Mexika bildete den Kern des Reiches. Nach und nach unterwarfen sich die Mexika oder Azteken die benachbarten Stämme, die blutmäßig und sprachlich mit ihnen verwandt waren, wobei einige in dem Aztekenstamm aufgingen, andere aber lediglich als Vasallenstaaten ihr Leben weiterfristeten. Die politische Aktivität, verbunden mit einer rücksichtlosen Brutalität in der Verfolgung ihrer politischen Ziele, war wohl noch viel mehr Ursache der Unbeliebtheit der Azteken als ihr ursprünglich starres Festhalten an den blutrünstigen Bräuchen der ererbten Religion, wie einige Forscher behaupten. In Religiondingen waren die Nahuavölker ziemlich gleichgültig, wenn man den Berichten von Cortez und von Bernal Diaz trauen soll. Nur die Priesterschaft hielt starr an den alten Göttern und Bräuchen. Das Volk ließ es sich angeblich ohne weiteres gefallen, daß die Christen die alten Götterbilder aus den Tempeln herauswarfen und an deren Statt Abbildungen der christlichen Mutter Gottes aufhingen. Inwieweit diese Schilderungen den Tatsachen entsprechen, kann man heute schwer nachprüfen. Aus dem Vergleich verschiedener Berichte geht aber mit ziemlicher Sicherheit hervor, daß solche „Bekehrungen“ durchaus nicht so unblutig und ruhig verlaufen waren, wie es die Zeitgenossen darstellen möchten. Immerhin waren die Widerstände gegen die Christianisierung nicht so groß, wie man es bei einem so wehrhaften Volk erwarten dürfte.

Beim Einbruch der Spanier befand sich das Aztekenreich noch im Zustande der Stabilisierung der Verhältnisse. Viele Gebiete waren noch jung in dem Verband des Reiches. Andere aber, wie die Maya-Stämme an der Grenze, mit den Eroberern nicht stammverwandt. Das gesamte Reich war politisch noch nicht konsolidiert, der Herrscher aber, der Kaiser Montezuma II., oder richtiger Moteukzuma, war bereits der Art der Ahnen untreu geworden. Verschiedene Einflüsse der artfremden Maya-Religion fanden nämlich damals Eingang in das Glaubensgebäude der Mexikaner. Und der Kaiser war Anhänger der neueren okkulten Strömung des Glaubens, in dem sogar die Maya-Gottheit Quetzalcoatl die Stelle des positiven, guten Gottes gegenüber dem feindseligen, bösen Gott Tezcatlipoka, dem früheren Sonnengott der Nahuavölker, einnahm. Die furchtbare Gestalt des obersten Aztekengottes, des Kriegsgottes Huitzilopochtli, dem, nach allerdings katholischer Darstellung, wahre Hekatomben von Menschenopfern dargebracht wurden, trat unter Montezuma II. etwas in den Hintergrund vor der milden und fremden Gottheit der gefiederten Schlange Quetzalcoatl.

Schon der Umstand, daß der Kriegsgott als oberster Stammesgott verehrt wurde, bezeugt, daß die hervorragende Eigenschaft der Azteken ihre Wehrhaftigkeit war. In alten Zeiten, als die fremden Einflüsse der Stammesreligion noch fern waren, als der Stamm selbst noch keine Vermischung mit den Nachbarn erfahren hatte und der Okkultwahn noch nicht so vorgeschritten war, war die Kollektivierung des Volkes vermutlich nicht so weit vorgeschritten. Es war ein freies Volk von Kriegern, das heldische Ideale beseelten und das somit in dem Kriegerstand den höchsten Stand erblickte. Diese Anschauung hat sich zwar noch in der Zeit des spanischen Einbruchs erhalten. Aber die Kollektivierung des Volkes und seine Entartung unter artfremden religiösen Einflüssen war bereits weit vorgeschritten. Die Masse des Volkes war, ähnlich wie bei den Maya, als Leibeigene zahlreichen Feudalherren, dem Schwertadel, untertan. Auch die großen Tempel besaßen zahlreiche Leibeigene. Daneben entwickelte sich ein unabhängiger Stand der Händler und Handwerker, der dem Anschein nach ebenso in Zünften und Gilden erstarrt war wie bei den Inka-Peruanern. Diesen Kollektivierungprozeß, der dem wehrhaften und begabten Volke zum Verhängnis wurde, haben die Azteken wohl ebenfalls dem Beispiel des in Mittelamerika älteren Kulturkreises der Maya zu verdanken. Er wirkte sich dergestalt aus, daß, nach dem Zeugnis des Jesuiten Franz Xaver Clavigero, wenn in der Schlacht ein Feldzeichen der Mexikaner in die Hände der Feinde geriet, oder der Oberbefehlshaber fiel, alles sich zur Flucht wandte, „und keine menschliche Macht war alsdann imstande, die weichenden Massen wieder zum Stehen zu bringen“ – und das bei einem Volk, dessen Mannesmut und Heldenhaftigkeit von den Feinden rückhaltlos bezeugt werden.

So verhängnisvoll für das Dasein des Aztekenvolkes der Kollektivgeist und die Entwurzelung durch die fremden Glaubenseinflüsse wurden, so beweist die Endphase des Unterganges dieses heldenhaften Volkes, daß dieser Fremdgeist und dieser Zwang noch nicht alt genug waren, um die Volksseele gänzlich zu ersticken[Siehe Mathilde Ludendorff, „Der Seele Wirken und Gestalten“, II. Band: „Die Volksseele und ihre Machtgestalter“.]. In dem Augenblick der höchsten Gefahr, nachdem die Rückgratlosigkeit und Halbheit des inzwischen gefallenen Kaisers Montezuma II. den Spaniern den Weg ins Herz seines Reiches geöffnet und der Verrat der Volksgenossen anderer Stämme diesen Weg geebnet hatte, im Augenblick der Todesnot erwachte die von artfremden Einflüssen überwucherte und von dem Zwangsstaat halberstickte Volksseele der Mexikaner und befähigte sie, einen Tod zu sterben, der alle ihre Fehler und Schwächen verblassen macht. Das gesamte Volk, eingeschlossen in seiner Hauptstadt Tenochtitlan, zog einmütig der schmachvollen Ergebung den Tod des Hungers oder unter den Streichen der Feinde vor. Etwa 170000 Menschen, Männer, Frauen, Kinder und Greise starben den Heldentod – ad majorem dei gloriam. Das Christentum hatte sich ein neues Gebiet erschlossen. Uns Deutschen, denen uns noch die Schande von 1918 frisch im Gedächtnis ist, steigt die Schamröte ins Gesicht beim Lesen dieser Ruhmesblätter aus der Geschichte eines untergegangenen Volkes. Allerdings hatten im Aztekenreich keine überstaatlichen Mächte gewirkt, die die innere Zersetzung des Volkes meuchlings betrieben. Es war keine Sozialdemokratie da, die, den Überstaatlichen hörig, Feigheit und knechtische Gesinnung predigte. Es war kein Zentrum, das, dem römischen Papst untertan, römische Belange den Deutschen voranstellte. Es war auch keine Freimaurerei, die die aktivsten Elemente des Volkes seelisch entwurzelte und weltanschaulich entraßte. Und auch der Einschlag der Maya-Religion, der neuerdings in dem Glaubensleben der Mexikaner Raum gewann, läßt sich mit dem Einfluß der christlichen Lehren von Demut und Feindesliebe auf das Deutsche Volk nicht vergleichen.

Wäre aber der artfremde Kollektivgeist nicht in Mexiko vorherrschend, hätte der Zwangsstaat die Untertanen Montezumas nicht zu entschlußunfähigen und allzu gehorsamen Sklaven gemacht, so würde Cortez mit ganz anderen Hindernissen zu kämpfen gehabt haben. Wer weiß, wie und wann es den Spaniern dann gelungen wäre, das Reich Anahuac zu unterwerfen. Auch so stand das tollkühne Unternehmen des spanischen Abenteurers mehrfach vor einem gewaltsamen Ende, und nur die Legende von der Wiederkehr des Gottes Huitzilopochtli, der die Nahuavölker nach Mittelamerika hingeführt und sie dann unter Verkündung seiner einstigen Wiederkehr, mit der eine Umwälzung in dem Anahuac-Reiche verbunden sein würde, wieder in Richtung nach Osten verlassen haben soll, half ihnen, da Montezuma und seine Untertanen in den Spaniern, die aus dem Osten kamen, wie die Inka in Pisarro, Nachkommen dieses Gottes sahen.

Gleichzeitig oder wenig später ging auch die Vernichtung der Maya-Staaten vor sich, von denen nur der alte Priesterstaat Itzamal sich einige Jahre durch freundliche Aufnahme der Spanier, sozusagen durch „Gleichschaltung“, halten konnte, und der bereits erwähnte Staat von Petén seine Freiheit und die alten Sitten durch eine heldenmütige Verteidigung und schlaue Politik fast ein Jahrhundert lang behauptete.

So hat der Kollektivgeist, der Zwangsstaat auch in den beiden mittelamerikanischen Staatengebilden seine verhängnisvolle Rolle gespielt und zur Vernichtung von Kulturen beigetragen, die uns Baudenkmäler hinterlassen haben, die unsere höchste Bewunderung hervorrufen. Es ist ein uns artfremder Geist, der aus den Maya- oder Azteken-Ruinen zu uns spricht, aber ein Geist, der unsere Achtung verdient. Und wenn wir nun, bewaffnet mit den uns durch die Philosophin der Seele[Siehe Dr. M. Ludendorff, „Der Seele Ursprung und Wesen“, Band I, II und III und „Der Seele Wirken und Gestalten“, Band I und II.] gegebenen Erkenntnissen, den Heldentod des Aztekenvolkes betrachten, so müssen wir uns fragen, welche Höhen der Vollkommenheit diesem uns so fremden Volke dank seinem Rasseerbgut offen stünden, wenn es verstanden hätte, den Geist des Zwanges und den okkulten Fremdglauben sich fernzuhalten.

Das Aztekenvolk starb, das Deutsche Volk lebt noch. Es hat aus dem Schicksal Mexikos seine Lehren zu ziehen.

Das Kollektiv im Zarenreich.

Wenigen dürfte bekannt sein, daß das Bauernrecht auch in dem Vorrevolutionrußland nach dem Muster der urchristlichen Gemeinde auf dem Kollektivgedanken aufgebaut war. Wir brauchen nicht in die Zeit der Leibeigenschaft und der sogenannten Militärsiedelungen Araktschejews zurückzugehen. Daß die Sklaverei nur eine Abart des Kollektivs ist, dürfte jedem klar sein. Aber selbst nach der sogenannten Befreiung der Bauern durch den Kaiser Alexander II. im Jahre 1863 blieb die Bauernschaft Großrußlands im Kollektiv haften, das wohl zum Zusammenbruch des Riesenreiches letzten Endes geführt hat.

Die Bauern waren in Gemeinden eingeteilt, in der die Versammlung der älteren Männer, „Mir“, alle inneren Angelegenheiten regelte. Der Gemeindevorstand, Starosta, war wählbar und hatte lediglich die Vertretung der Gemeinde den Behörden gegenüber.

Das gesamte Land war Eigentum der Gemeinde und wurde von dem „Mir“ unter die einzelnen Gemeindeglieder verteilt, wobei die Zahl der „Seelen“ in der Familie maßgeblich war. Als „Seelen“ galten aber nur männliche Familienmitglieder. Die Frauen hatten in dieser urchristlichen Gesellschaftordnung bezeichnenderweise keine Seelen. Alle sieben Jahre fand eine Neuteilung des Landes statt.

Da das Gesamtareal des Ackerlandes der Gemeinde stets gleich blieb, verminderten sich die Anteile der einzelnen „Seelen“, wenn die Bevölkerung der Gemeinde zunahm und vergrößerten sich, wenn sie zurückging. Sieben Jahre blieb also das Land in dem Besitz der einzelnen Familie. Und da es nach sieben Jahre in andere Hände überging, hatten die Bauern kein großes Interesse an einer intensiven und auf lange Sicht gerichteten Bewirtschaftung ihrer Felder. Es wurde zugleich Raubbau getrieben und das Land vernachlässigt. Die Initiative des Einzelnen war im Kollektiv erstarrt. Und wenn dann von den Umsturzparteien im Ausland wie im Inland das alte Lied gesungen wurde, die Bauern hätten zu wenig Land und die Großgrundbesitzer verpraßten ihre Reichtümer, so war es nur bedingt richtig. Wohl war die Mehrzahl der Grundbesitzer zu einer wirtschaftlichen und volkerhaltenden Verwaltung ihrer Güter unfähig, überließ die Arbeit gewissenlosen Verwaltern und begnügte sich damit, die Einkünfte ihrer Güter möglichst im Ausland im Wohlleben zu verschleudern. Aber auch die Bauern trifft die Schuld, wenn ihnen das Land nicht das abwarf, was sie zum Leben brauchten. Das Kollektiv hing wie eine schwere Kette an dem Bauern und ließ ihn nicht vorwärtskommen. Bei zeitgemäßer und sorgfältiger Bewirtschaftung hätte das Land dem Landmann sogar mehr geben können, als nur die Befriedigung seines Lebensbedarfs.

Aber die Kollektivwirtschaft ermöglichte noch einen anderen Übelstand, der die Gleichgültigkeit des Bauern seinem Land gegenüber noch vergrößerte. Die aktiveren Elemente der Dorfgemeinde betrieben außer ihrem Ackerbau noch Handel und allerlei Gewerbe. Ihr Besitz war dadurch vermehrt, und das gab ihnen ein gewisses Übergewicht im „Mir“. Sie bestachen die Volksversammlung, die „Alten“, wie man die Dorfvertreter beim „Mir“ nannte, indem sie sie mit Schnaps in ungeheuren Mengen traktierten, und ergatterten auf diese Weise die besten und am günstigsten gelegenen Parzellen, wodurch die ärmere „Masse“ ins Hintertreffen kam. Auch der Dorfpope, der Geistliche, der in Rußland keinerlei Gehalt vom Staate oder von der Kirche erhielt und sich im Dorfe nur von dem Ertrag seines Feldes und von den für die Verrichtung kirchlicher Handlungen, wie Taufe, Hochzeit, Beerdigung, Beichte usw. kassierten kleinen Beträgen ernähren konnte, besaß ein Stück Ackerland, das ihm aus dem Gemeindeland zugewiesen wurde. Und so sah man oft, daß rings um das Dorf auf dem besten Gemeindeboden die Felder der Reichen und des Popen lagen, während ein armer Bauer zuweilen drei Stunden von einem Stück Feld zum anderen, die ihm zugewiesen wurden, zu gehen und sich auf dem magersten und steinigsten Boden abzuplagen hatte.

Als Stolypin, der russische Innenminister und spätere Ministerpräsident, die Gefahr der Kollektivierung des Bauernstandes erkannte und zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Agrarreform dergestalt durchzuführen begann, daß er die Loslösung einzelner Bauern vom „Mir“ und ihre Ansiedlung in Bauernhöfen (Chutor) begünstigte, begegnete er dem erbitterten Widerstande einer seltsam bunten Front. Da protestierte einmütig die Geistlichkeit, da er die „gottgewollte Ordnung“ der urchristlichen Gemeinde zerstörte und so dem Antichristen diente. Da erhob in der Duma, der Volksvertretung, die Rechte ein Geschrei, da sie als Vertreterin des Großgrundbesitzes die Gefahr witterte, die bei den Gutsbesitzern verschuldete Bauernschaft könnte bei größerem Wohlstand ihren Klauen entkommen. Daß dabei christliche Gedankengänge bei diesen Parteien eine Rolle spielten, sei zu ihrer sittlichen Entlastung angeführt. Da wetterten die Umsturzparteien, weil sie ihre Felle fortschwimmen sahen: ein wirtschaftlich und geistig vom Kollektiv befreiter und zufriedener Bauer war auch für ihre jüdisch-kollektivierenden sozialistischen Gedankengänge unempfänglich.

So kämpfte Stolypin einen verzweifelten Kampf für die wahre Befreiung der Bauern gegen ganz Rußland allein, von dem schwachen und okkult verblödeten Zaren nur schwach unterstützt. Die Behörden, die Geistlichkeit und die Umstürzler, ja die Bauernschaft selbst, aufgewiegelt durch die Dorfgeistlichen, sabotierten seine Anordnungen. Die verblendeten Bauern gingen in ihrem Widerstand gegen die Stolypinsche Reform sogar so weit, daß sie die Höfe der Ansiedler in Brand setzten: uns geht es allen schlecht, warum soll es ausgerechnet ihnen besser gehen! Eine typisch kollektivistische Denkweise. Der Freie sagt: weil es mir gut geht, soll es auch den anderen gut gehen; der kollektivierte Mensch sagt: mir geht es schlecht, darum soll es auch den anderen schlecht gehen. Auf diesem Boden erwachsen dann allerlei Opfersammlungen freiwilliger und unfreiwilliger Art, „soziale Fürsorge“, kirchliche Wohltätigkeit usw.

Der Tod Stolypins von der Hand des agent provocateur und Juden Bogrow am 14. September 1911 löste einen Seufzer der Erleichterung nicht nur bei den durch seine energische und rücksichtlose Unterdrückung aller aufrührerischen Bestrebungen in den konspirativen Geheimkampf gedrängten Umstürzlern aus. Auch die Geistlichkeit und die „Tschernossotenzi“, die Rechtsstehenden, waren von schweren Ängsten erlöst. Dieser Tod bedeutete den Stillstand der langsam fortschreitenden Befreiung des Bauern. Das ungefüge Mütterchen Rußland erstarrte in seiner Masse wieder in der Todesenge des Kollektivs.

Die tödliche Wirkung des Zwangsstaates auf seine Untertanen wird an dem Beispiel Rußlands besonders grell beleuchtet. Die Geschichte des Weltkrieges liefert dafür den Beweis. In dem an Menschenmaterial unerschöpflichen russischen Heere stammten die besten Regimenter aus Gebieten, wo die Kollektivordnung unbekannt war – aus Sibirien und vom Dongebiet. Die Donkosaken bildeten seit langen Jahren die zuverlässigste Truppe des Zaren, da die Kosaken in freier Selbstverwaltung lebten und auf ihre alten Privilegien stolz waren. Auch in Sibirien war die Bauernwirtschaft frei von den Ketten des Kollektivs. Es ist somit auch kein Zufall, daß sich der aktivste und erbitterteste Widerstand gegen die kollektivierende Macht der Bolschewiken gerade in diesen Gebieten, im Süden Rußlands und in Sibirien, Fuß fassen konnte – und auch im hohen Norden des Archangelsker Gouvernements, wo die Kollektivwirtschaft durchbrochen war. Dort durften die sonst in den Ketten des „Mir“ lebenden Bauern abgeholzte Stücke der Staatsforste als Eigentum für 90 Jahre erhalten, wenn sie sich sie zu roden und zu bearbeiten verpflichteten. Die Bauern Nordrußlands, die zudem niemals Leibeigene, sondern immer „Staatsbauern“ waren und außerdem allerlei Nebenverdienst aus Pelz- und anderer Jagd, aus Holzlieferungen und Schlachtviehzucht hatten, waren eben geistig und wirtschaftlich freiere Menschen und gaben sich mit der völligen Kollektivierung unter dem Sowjetjoch nicht zufrieden.

Die „Vorkollektivierung“ des russischen Bauern durch die alten Agrargesetze, verbunden mit der denkkraftlähmenden Religion, die in ihrem dunklen orientalischen Mystizismus sich völlig in in okkulten Bahnen bewegte, bewirkte eine ziemlich reibunglose Annahme der bolschewistischen Gesetzgebung, die auf völlige Kollektivierung des Bauernstandes hinauslief. Im Grunde blieb das System das Gleiche, nur der Kollektivierunggrad der Bauernschaft ist fortgeschritten. Über die Verhältnisse im heutigen Rußland gibt es zahlreiche Bücher, die unseren Lesern nicht unbekannt sein dürften. Unter anderem ist die ausgezeichnete kleine Schrift von Anders „Mit Deutschen Bauern in Sowjetrußland“ zu empfehlen, die einen erschütternden Einblick in das Leben im „proletarischen Paradies“ gewährt. Wir können uns hier also lediglich auf den Hinweis beschränken, daß die höchste Stufe des Kollektivs, der Kommunismus, auch im bolschewistischen Rußland nicht verwirklicht werden konnte. Das Riesenland ist zwar im Kollektiv, im furchtbaren Zwangsstaat, erstarrt, blieb aber auf dem halben Wege in der Entwicklung stecken. Der Mensch ist keine Maschine, sondern ein lebendes Wesen, das der göttliche Wille dazu ersehen hatte, das Bewußtsein Gottes zu werden. An dieser Wahrheit zerschellen alle mechanistischen Spekulationen jüdischen Geistes, ob sie nun von Juda, von der Freimaurerei oder von Rom, in dem ebenfalls jüdisches Geistesgut lebt und sich auswirkt, verwirklicht werden.

Das Reich der roten Christen.

Im Rahmen der Betrachtung des Kollektivstaates in der Geschichte darf der nach dem Inka-Reich typischste und ausgesprochenste Vertreter dieser Art Staaten, der Jesuitenstaat in Paraguay, nicht fehlen. In dem Werk von E. und M. Ludendorff „Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende“ wird uns eine erschütternde Schilderung dieses Staatsgebildes gegeben, so daß wir uns hier nur ganz kurz zu fassen und auf die wichtigsten Angaben zu beschränken brauchen.

Die sehr jesuitenfreundliche „Geschichte Amerikas“ von Haebler und Hohlfeld, erschienen im Bibliographischen Institut, Leipzig, meint, daß das Inka-Reich in Peru dem von den Jesuitenmissionaren 1610 ins Leben gerufenen, faktisch autonomen Staat in Paraguay als Vorbild gedient hat. Mag sein, daß es für Einzelheiten im Verwaltungaufbau usw. der Fall war. In der Grundidee jedoch brauchte der Jesuitengeneral keine Vorbilder. Die Idee des Jesuitenstaates entspringt einzig und allein christlichem jesuitischen Denken, es ist die Idee der kommunistischen urchristlichen Gemeinde, geboren von dem mechanistischen jüdischen Geist, die hier Verwirklichung gefunden hat. General Ludendorff schreibt in dem Abschnitt „Die wirtschaftliche Weltherrschaft“ des oben genannten Werkes:

„Der Jesuitengeneral hatte hier Gelegenheit, sein wirtschaftliches System voll zu verwirklichen. Daß es zufällig „Rothäute“ Südamerikas waren, bei denen er das zuerst tun konnte, spielt für ihn gar keine Rolle. Er kennt keine Rassen, will Einförmigkeit für alle und könnte als „Leichnam“ Loyolas auch nicht irgendein anderes System schaffen. Zwangsläufig ist all sein Wirken.“

Der spanische König Philipp III., der zu dem bekanntlich sehr jesuitenfreundlichen Geschlecht der Habsburger gehörte, trat 1608 den Jesuiten, angeblich zum Schutz der Indianerbevölkerung vor den Sklavenjägern (Paulisten), einen Landstrich östlich von dem Paraguayfluß bis zum Uruguay ab. In kurzer Zeit richteten dort die geschäftstüchtigen „Patres“ eine Reihe von „Reduktionen“ – Provinzen – ein mit einer Gesamtbevölkerung von Guarani-Indianern von etwa hunderttausend. Um die verschiedenen Stämme wirksamer „aus Volk, Rasse, Stamm und Nation“ „herauszuerlösen“, führten sie in ihrem Gebiet ein Kunstdialekt, die „lingua geral“, eine Art indianisches Esperanto, ein. Es herrschte in dem neuen Staatsgebilde, wie Konrad Haebler es nennt, die „kommunistische Theokratie“, d. h. der Priester. An der Spitze des Staatswesens stand ein unbeschränkt regierender Bevollmächtigter des Jesuitengenerals, dem unmittelbar die „Führer“ der Reduktionen unterstanden. Jede Reduktion hatte zwei solche Führer, „weiße“ Jesuiten, von denen der eine die geistlichen, der andere die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Provinz zu verwalten hatten. Sie wurden in ihrer Verwaltungtätigkeit durch eingeborene Sklavenaufseher, „Korrigitores“, unterstützt, die der Theorie nach von der Gemeinde gewählt wurden, tatsächlich aber nur den „Patres“ blind ergebene Kreaturen waren.

Den Mittelpunkt einer Reduktion bildete die Kirche, meist ein monumentaler Bau. Vor der Kirche lag ein großer viereckiger Platz, gebildet von den besseren Häusern, den Wohnungen der „Patres“, dem Versammlunghaus und den Vorrathäusern. In alle vier Himmelsrichtungen führten von dem Hauptplatz schnurgerade Straßen mit den einfachen und ärmlichen Hütten der „roten Christen“, abgeschlossen mit je einer Kapelle an der Flurgrenze. Um die Niederlassung herum breiteten sich die Felder und Weiden der Reduktion. Die Bauten wurden im Rahmen der allgemeinen Zwangsarbeit errichtet und waren dem Namen nach Eigentum der Gemeinde, in Wirklichkeit aber natürlich des Jesuitenordens. Ebenso gehörten ihm die Felder und die riesigen Schaf- und Viehherden der „Gemeinde“, wenn auch jeder „rote Christ“ ein Stück Land sein Eigen nannte und es während zwei Tagen in der Woche bearbeiten durfte. Die anderen Tage gehörten der Zwangsarbeit.

Geld gab es in den Reduktionen nicht. Nur die Gesellschaft Jesu verdiente es in Unmengen durch die Arbeit der „roten Christen“. Als Entgelt für ihre Arbeit erhielten die Indianer lediglich Kleidung, Verpflegung und die notwendigsten Gegenstände des täglichen Bedarfs. Außer dem Ackerbau und der Viehzucht betrieben die „roten Christen“ Paraguays verschiedene Handwerksarbeiten, zu denen die Jesuiten sie in des Wortes eigenster Bedeutung abgerichtet hatten. Es wurde Bildschnitzerei (natürlich Heiligenbilder), Uhrenfabrikation und Buchdruck betrieben. Da die Arbeitkraft nichts kostete, verdienten die Jesuiten auch damit viel Geld.

Über die Art der Abrichtung der jesuitischen Untertanen, richtiger Sklaven, kann der Leser Erschütterndes in dem obengenannten Werk von E. und M. Ludendorff nachlesen. Wir wollen uns hier lediglich auf den Hinweis beschränken, den uns die ebenfalls oben erwähnte „Geschichte Amerikas“ von Haebler und Hohlfeld bringt:

„Die Einwohnerschaft wurde fast ausschließlich mit Hilfe der Beichtgewalt regiert“[Siehe Dr. M. Ludendorff, „Ein Blick in die Morallehre der römischen Kirche“.].

Angeblich zum Schutz ihrer Beichtkinder vor den Sklavenjägern erwirkten die Jesuiten für ihren Staat die Aufhebung des allgemein gültigen Verbotes der Feuerwaffenführung für die Eingeborenen und richteten sie zu tüchtigen Soldaten ab. Die kriegerische Natur der Guarani kam ihnen dabei zu Hilfe. Und die Schaffung der bewaffneten Macht, die den Jesuiten das Gefühl ihrer Macht in den Kopf steigen ließ, war auch der Anlaß des Unterganges des Jesuitenstaates Paraguay.

Als die Personalunion Spaniens und Portugals durch den portugiesischen Aufstand 1640 ein Ende fand und der König von Portugal Ferdinand VI. an die Regelung der Kolonialgrenzen in Südamerika schritt, wurden sieben Reduktionen, die die Jesuiten in dem Gebiet östlich des Uruguay gebildet hatten, aufgelöst und ihre Bevölkerung gezwungen, weiter in das Innere des Landes auszuwandern. Dieser Regelung setzten die Indianer unter Anführung ihrer „geistlichen Väter“ bewaffneten Widerstand entgegen. Der portugiesische Minister Marquez de Pombal nahm diese Meuterei zum Anlaß für eine militärische Exekution gegen die unbotmäßigen Reduktionen. In einem langwierigen Krieg unterwarf er den gesamten Jesuitenstaat und wies die „Patres“ kurzerhand aus, ohne sie indes zur Verantwortung zu ziehen, wie sie es eigentlich verdient hätten.

So endete 1768 dieser merkwürdige Staat, der den Völkern der Welt veranschaulichen soll, wie das von Jesuiten angestrebte „Reich Christi auf Erden“ aussehen würde. Es ist äußerst bezeichnend für die Gedankengänge der Freimaurerei, die ja auch für ein Weltreich kämpft, daß der Hochgradbr. und englische Schriftsteller H. G. Wells in seiner „Outline of History“ folgende Worte für die Jesuiten findet, nachdem er ihre Organisation und Tätigkeit gelobt hat:

„Vielleicht werden wir eines Tages einen neuen Orden der Jesuiten sehen, der sich nicht in den Dienst des Papstes, sondern in den Dienst der Menschheit stellt.“

Darauf können wir freie Deutsche nur erwidern: das würde Euch so passen! Es wird der Tag kommen, der das Ende der finsteren und kollektivierenden Macht der Jesuiten, der Juden und der Freimaurer sehen wird.

Kollektiv ist der Tod – Kampf dem Kollektiv!

Vorangehende Beispiele mögen genügen, um dem Leser ein Bild der verschiedenen Arten von Kollektivstaaten, zu Deutsch Zwangsstaaten, zu geben und ihm zugleich zu zeigen, warum wir als freie Deutsche, die ein für allemal mit allem Artfremden gebrochen haben und dem uns von General Ludendorff gestellten Ziel der Volksschöpfung in der lebendigen Einheit von Blut, Glauben, Recht, Kultur und Wirtschaft zustreben, den Kollektivgedanken ablehnen, ja ihn schärfstens bekämpfen. Es sind das natürlich nicht alle Beispiele der Verwirklichung des Kollektivsystems, die uns die Geschichte und auch die Neuzeit liefern. Aber der Leser wird an Hand der von uns behandelten in der Lage sein, sich in den verschiedenen sozialen und staatlichen Ordnungen zurechtzufinden, darin kollektivistische Gedankengänge, falls vorhanden, zu entdecken und so die Schliche der Überstaatlichen zu durchkreuzen. Deshalb dürfen wir uns wohl mit dem Vorliegenden begnügen.

Unsere Betrachtungen und die Kenntnis um die Gesetze der Volksseele, die uns das Werk der Religion-Philosophin Frau Dr. Mathilde Ludendorff, „Die Volksseele und ihre Machtgestalter, eine Philosophie der Geschichte“ schenkt, haben gezeigt, daß das Kollektiv für die große Mehrzahl der Völker, die ein dem Zwang, der geistigen Vereinheitlichung widerstrebendes Rasseerbgut besitzen, den Tod bedeutet. Selbst der jüdische Staat verdankt seinen Untergang dem starren Kollektivsystem, in dem er lebte, obwohl die Juden sich doch vermöge ihrer mechanistischen Denkweise, dem Merkmal ihrer Rasse, für die Verwirklichung des Kollektivgedankens am besten eignen. Nur in der Zeitspanne, die das Kollektiv braucht, um ein Volk zu zerstören, seine Volksseele zu morden oder zu ersticken, bestehen Unterschiede. Das ägyptische Volk ertrug Jahrtausende das Joch des Kollektivs, zuletzt vielleicht durch ein gewisses Trägheitmoment, das es bei abgestorbener Volksseele sozusagen als einen lebendigen Leichnam in einem Scheindasein aufrecht erhielt. Das Inkareich brach nach einem dreihundertjährigen Bestand aus geringem äußeren Anlaß zusammen. Die Azteken unterlagen nach einer kaum zweihundert Jahre alten Vorherrschaft auf dem Yukatan. Der Ordensstaat der Assassinen lebte ebenfalls etwa hundert Jahre. Aber alle diese Völker und Staaten starben über kurz oder lang am Kollektiv, das die Volksseele tötet und eine Betätigung des Selbsterhaltungwillens ausschließt.

Das Rasseerbgut des Deutschen fordert größte persönliche Freiheit in den Dingen des Glaubens und der Kultur. Das Gotterleben im Deutschen ist absolut persönlich und frei und verträgt keinerlei Fesseln und Kerkermauern. Aber auch politisch erträgt der Deutsche jeden Zwang nur mit äußerstem Widerwillen und auf Kosten seines Gotterlebens, da sein ausgeprägter Gottesstolz durch fortgesetzten Druck gebrochen wird. In wirtschaftlicher Hinsicht fordert die Deutsche Volksseele eine durch sittliche, volkerhaltende Grenzen eingeschränkte Freiheit der Initiative und lehnt jede Bevormundung als demütigend ab. So würde das Kollektiv für das Deutsche Volk noch schneller tödlich wirken als bei der Mehrzahl der oben behandelten Völker.

Deshalb sind wir freie Deutsche schärfste Gegner des Kollektivgedankens in seiner Anwendung auf das Deutsche Volk. Deshalb bekämpfen wir aber nicht minder scharf die unsittliche, ungehemmte Freiheit des Liberalismus, die sich über alle Grenzen der Volkerhaltung in krassestem Individualismus hinwegsetzt und so hemmungloses Schwelgen in allen Genüssen auf der einen Seite und restlose Ausplünderung und nameloses Elend auf der anderen Seite zeitigt. Beide Systeme, der Liberalismus wie das Kollektiv, sind Waffen der überstaatlichen Mächte, die ihnen die Erreichung des Endzieles, der ungehinderten Weltherrschaft, erkämpfen sollen. Durch den Liberalismus zerstörten Rom und Juda, unterstützt durch die christliche Lehre und die Okkultverblödung, die ehedem bestehende Einheit von Blut, Glauben, Kultur und Wirtschaft in den Völkern, schafften künstlich Klassengegensätze, die letzten Endes nicht in der Natur der Dinge, wie Marxisten behaupten, sondern eben nur in der geistigen Entrassung der Völker wurzeln, enteigneten Teile der Völker, die Schaffenden, und stürzten das gesamte völkische Leben, kulturell wie wirtschaftlich, in einen Zustand der Anarchie, die den Völkern so unerträglich wurde, daß sie sich nach einer Änderung der Verhältnisse sehnten.

Und als der Boden dazu genügend vorbereitet war, zeigten sie den Völkern den Zwangsstaat als das Alleinheilmittel. Der hemmunglosen Freiheit der liberalistischen Zeit überdrüssig, greifen zahlreiche Völker nach diesem neuen Mittel, ohne zu erkennen, welche Gefahren für die Volksseele und die Volkserhaltung es in sich birgt. Gegensätze ziehen sich an, sagt man im Volke. Und so sehnen sich gerade die Völker, die am hemmunglosesten die „Freiheit“ des liberalistischen Zeitalters , dessen prächtigster Vertreter u. a. die Weimarer Republik war, nach „eiserner Zentralgewalt“, nach „autoritärem Staat“, nach einer „tatkräftigen“ Regierung, nach „Ordnung“. Und die Überstaatlichen nutzen dieses Sehnen in ihrem Sinne aus, indem sie sich dieser Begriffe bemächtigen, ihnen, um das völkische Wollen abzufangen, einen geheimen, okkulten Sinn unterschieben.

Die Errichtung der einzelnen Kollektivstaaten ist nicht das Endziel der Überstaatlichen. Sie ist nur ein Übergangsstadium zum Weltkollektivstaat, um dessen Oberherrschaft Rom und Juda mit ihren Hörigen und Hilftruppen noch einen erbitterten Kampf werden führen müssen. Sie führen ja auch jetzt schon diesen „Nibelungenkampf“, den Kampf der Dunkelmächte, unter der Oberfläche. Und die Völker dürfen nicht vergessen, daß alle diese Kämpfe auf ihre Kosten, mit ihrem Blut ausgefochten werden.

Es ist deshalb die von der Selbsterhaltung geforderte Pflicht aller Völker und Volksgenossen, deren Volksseele noch nicht in Rassevermanschung und Fremdlehre erstickt und erstorben ist, dem Kollektiv, wie allen anderen von den Überstaatlichen ausgehenden Suggestionen den schärfsten Kampf anzusagen und alle anderen verblendeten und irregeführten Volksgenossen über die Gefahr aufzuklären, die ihnen allen droht:

Kollektiv ist der Tod!

Der Abwehrkampf gegen das Kollektiv wird nicht mit Pistolen und Maschinengewehren, durch Verschwörungen und Meutereien, auf Barrikaden oder – in Parlamenten ausgefochten. Er wird mit Waffen des Geistes, der Aufklärung und der Wahrheit geführt, und sein Schauplatz sind die Seelen der Volksgenossen. Er ist der größte Kampf der Zeitgeschichte, weil er sich auf das Ganze richtet und sich nicht mit Teil- oder Scheinerfolgen begnügt, – der Deutsche Freiheitkampf gegen alles Artfremde.

Noch vor wenigen Jahren war dieser Freiheitkampf dadurch erschwert, daß über die Gesetze der Volksseele weder in der Wissenschaft, noch in den breiten Volksschichten etwas bekannt war. Manch ein Kämpfer gegen den Zwangsstaat erstand zwar in den Völkern, auch im Deutschen Volk. Die in ihm zum Klingen gekommene Volksseele forderte von ihm diesen Kampf. Aber da ihm die umfassende und auf das Ganze gerichtete Schau fehlte, weil ihm die Gesetze der Volksseele, wie der Menschenseele überhaupt, fehlten, war sein Kampf von vornherein zur Erfolglosigkeit verurteilt. Entweder blieb er in christlichen Suggestionen befangen und traf dadurch den Feind nicht an der empfindlichsten Stelle, oder er befreite sich davon und landete im seelentötenden Materialismus und Atheismus, wodurch sein Kampf ebenfalls um die Früchte gebracht wurde.

Heute ist es damit anders geworden. Die tiefe religionphilosophische Schau, die alle Gebiete des menschlichen und völkischen Lebens umfaßt, die Werke von Frau Dr. Mathilde Ludendorff ermöglichen uns erst einen Kampf, der in seiner Abwehr unüberwindlich ist, weil er den Gegner mitten ins Herz trifft. Und den die Volksseele mordenden, den Erkenntnissen der Naturforschung Hohn sprechenden Lehren artfremder Religionen, dem induzierten Irresein der Okkultlehren, dem toten und scheinlebendigen Atheismus und Materialismus, die das geistige Kollektiv schaffen, haben wir nun die erhabene artgemäße und mit den Naturerkenntnissen in vollem Einklang stehende Deutsche Gotterkenntnis entgegenzustellen. In diesem Sinne kämpfen wir für das Deutschtum gegen alles Artfremde und Entwurzelnde.

Der Weg zur Freiheit ist frei!

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