[16] R. C. DARWIN / DIE ENTWICKLUNG DES PRIESTERTUMS UND DER PRIESTERREICHE

In diesem Beitrag kann man folgende Kapitel aus dem Buch “Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche” von Rudolf Cronau (Pseudonym “Randolph Charles Darwin”) lesen:

Ein komplettes Inhaltsverzeichnis des Buches befindet sich in Beitrag 1.

„Geht man tiefer auf die Geschichte der ehemals spanischen und portugiesischen Länder Mittel- und Südamerikas ein, so ist unschwer zu erkennen, daß es dem katholischen Klerus auch hier in erster Linie darum zu tun war, Macht und Reichtum zu gewinnen. Um die Bekehrung der Eingeborenen zum Christentum erfolgreich durchführen zu können, wurden diese nach ihrer Unterwerfung sowohl den in die Länder einrückenden und zu Großgrundbesitzern gemachten spanischen Adelsfamilien sowie den geistlichen Orden und Bischöfen zugeteilt und deren „Schutz“ unterstellt, damit sie umso sicherer für das Christentum gewonnen werden möchten. Dieser „Schutz“ deckte sich aber keineswegs mit dem Begriffe des Wortes; denn in Wirklichkeit wurden die Indianer allüberall in ein Hörigkeitssystem gezwungen, das sich von tatsächlicher Sklaverei kaum unterschied. Es war eine Wiederholung jenes Fronsystems, das während des 14., 15. und 16. Jahrhunderts die aufs rücksichtsloseste ausgebeuteten Bauern der Länder Europas zu ihren häufigen Aufständen gegen die Edelleute und das Priestertum getrieben hatte. Wie dort, so verfielen auch hier die Widerspenstigen nicht nur schärfster Züchtigung, sondern sie wurden auch mit jenen grauenhaften Torturen bedroht, welche die nach der Neuen Welt übertragene Inquisition für unbotmäßige Heiden zu verordnen liebte.“,

„Der bereits erwähnte Bischof Las Casas hat uns den letzten Ausspruch eines Indianerhäuptlings Hathucci überliefert, der, um den Bedrückungen der Spanier zu entgehen, von Espanola nach Kuba geflohen war. Dort wurde er gefangen und zum Feuertode verurteilt. Ein Franziskanermönch nahte sich dem bereits an den Pfahl Gefesselten, um ihn vor der Hinrichtung noch zur Annahme der Taufe zu bewegen, da er dann in den Himmel eingehen werde, wo ewige Freude herrsche. Wolle er sich nicht zum heiligen Glauben bekennen, so werde seine Seele in die Hölle fahren und ewige Pein erleiden. Nachdem der Indianer sich einen Augenblick bedacht hatte, richtete er an den Mönch die Frage, ob die Spanier in den Himmel kämen. Als dies der Mönch bejahte, entgegnete der Häuptling ohne Zögern, er verlange nicht nach dem Himmel, sondern wolle lieber zur Hölle fahren, anstatt an einen Ort zu kommen, wo er aufs neue mit Spaniern zusammentreffen müsse!„,

Daß auch in Amerika der Katholik in erster Linie dem Papst Gehorsam schulde, wurde bereits im 18. und 19. Jahrhundertgepredigt, seitdem aber auch wiederholt in der nachdrücklichsten Weise betont. So insbesondere auf einem im Jahre 1884 in Baltimore abgehaltenen Konzil der amerikanischen Kirchenfürsten. Sowohl hier wie auch in einem im Jahre 1886 in Baltimore erlassenen kanonischen Gesetz wurde hervorgehoben, daß der Gehorsam gegen eine weltliche Regierung erst an zweiter Stelle komme, und daß keine einer Regierung geleisteten Eide gehalten zu werden brauchten, welche den Interessen der Kirche zuwiderliefen. Solche Eide seien nicht als wirkliche, bindende Eide, sondern als falsche Eide anzusehen.Wir müssen lernen,“ so lautete es in dieser Vorschrift, „daß wir zuerst Katholiken und dann erst Bürger sind. Wie Gott über den Menschen steht, so steht die Kirche auch über dem Staat!„“,

„Gegenüber diesem bis in die kleinsten Einzelheiten fest geschlossenen und wohlgedrillten Heer des Katholizismus bieten die vielen nichtkatholischen Bekenntnisse in den Vereinigten Staaten das Bild jämmerlicher Zersplitterung. In hunderte Sekten und Sektchen geteilt, die in armseligen Haarspaltereien einander befehden, werden sie von dem Katholizismus langsam, aber sicher weggeschwemmt. Dieser Prozeß wird dadurch erleichtert, daß viele der nichtkatholischen Durchschnittsamerikaner dem Vordringen der römischen Macht mit einer geradezu naiven Harmlosigkeit gegenüberstehen. Der Glaube an die Unerschütterlichkeit der Bundesverfassung ist so fest in ihnen gewurzelt, und sie bilden sich so sehr ein, Amerika mache eine Ausnahme von der Regel, wonach Religionsfreiheit und souveränes Priestertum nicht nebeneinander bestehen können, daß sie es gar nicht für möglich halten, jemand könne ernstlich die Absicht haben, diese heilige Bundesverfassung umzugestalten. Daß aber der Zeitpunkt im Anzug ist, wo die katholische Kirche der amerikanischen Regierung über den Kopf gewachsen sein und wo sie mit den weitestgehenden Forderungen hervortreten wird, läßt sich fast mit mathematischer Gewißheit berechnen.“

Ab hier geht es weiter mit dem Originaltext des Buches:


DIE KATHOLISCHE KIRCHE IN LATEIN-AMERIKA

Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, Vespuccius und andere Seefahrer eröffnete sowohl den Beherrschern Spaniens und Portugals wie auch den Päpsten mit einem Schlage ungeahnte Möglichkeiten zur Erweiterung ihrer Machtbereiche. Wie die weltlichen Herrscher eilten, sich den Besitz dieser neuen Länder durch den Papst Alexander VI. bestätigen zu lassen, so traf dieser gleichfalls ungesäumt Vorkehrungen, der Kirche den ihr zustehenden Anteil an allen Gerechtsamen und Reichtümern zu sichern, die aus der Neuen Welt hervorgehen möchten. Zunächst wurde die Bestimmung getroffen, daß fortan kein Schiff nach den neu entdeckten Ländern ausfahren dürfe, ohne einen oder mehrere Ordensbrüder mitzunehmen, deren Aufgabe es sei, sowohl die heidnischen Bewohner der Neuen Welt zum Christentum zu bekehren, wie auch allerorten Stützpunkte zu schaffen, von denen aus die Neue Welt für das Christentum erobert werden könne.

Zum ersten Stützpunkte wurde natürlich die von Kolumbus gegründete Stadt Santo Domingo ausersehen. Schon im Jahre 1510 wurde sie Sitz eines Bischofs. Gleichzeitig begann man mit dem Bau einer Kathedrale, die bereits im Jahre 1540 feierlich eingeweiht werden konnte. Bald darauf wurden auch die auf Espanola gelegene Niederlassung Concepcion sowie die auf der Insel Portorico gegründete Stadt San Juan Bischofssitze.

In die Gewinnung der Neuen Welt für die alleinseligmachende Kirche teilten sich vornehmlich die Dominikaner, Franziskaner und Jesuiten. In Begleitung der spanischen Heere erschienen sie sowohl in Mexiko und Mittelamerika, wie in Darien, Kolumbia, Ekuador, Peru, Chile, Argentinien, Bolivia und Venezuela. Mit den Portugiesen kamen sie nach Brasilien; mit den Franzosen während des 17. Jahrhunderts nach Kanada, an die fünf großen Inlandseen wie an den Mississippi. Sie tauchten in Florida, in Kalifornien, Arizona und Neu-Mexiko auf, überall Missionen gründend, von denen viele im Lauf der Zeit ebenfalls zu Residenzen von Bischöfen und Erzbischöfen wurden. So vollzog sich im Lauf der Jahrhunderte die Eroberung der Neuen Welt durch das katholische Priestertum in der gleichen Weise, wie die germanischen Länder der Alten Welt zur Zeit Pippins und Karls des Großen dem Katholizismus unterworfen worden waren.

Während dieser Eroberung wurden außer den Missionen auch zahlreiche Wallfahrtsorte geschaffen. Man wählte dafür mit Vorliebe solche Plätze, die bereits im Glauben der Urbewohner als heilige, den Göttern geweihte Stätten gegolten hatten. Um die Überlegenheit des Christentums darzutun, war es nur nötig, die alten Götter von ihren Hochsitzen herabzustürzen, sie zu zerschlagen und an ihre Stelle die Madonna oder einen der Heiligen treten und dieselben einige Wunder verrichten zu lassen, die auf die Gemüter der abergläubischen Bewohner Eindruck machen konnten.

Es verlohnt sich, auf die Geschichte des vielleicht ältesten und berühmtesten dieser neuweltlichen Wallfahrtsorte etwas näher einzugehen. Er liegt zwei Meilen nordöstlich von der Hauptstadt Mexiko entfernt und erfreut sich unter dem Namen Guadalupe eines ähnlichen Ansehens wie der Wallfahrtsort Lourdes im südlichen Frankreich. In vorspanischen Zeiten war eine hier sprudelnde mineralhaltige Quelle der indianischen Erdgöttin Tonantzin geweiht. Nach Ankunft der im Gefolge des Eroberers Fernando Cortez befindlichen spanischen Priester mußte die heidnische Göttin natürlich der Madonna weichen. Dieselbe sei, so behauptete man, eines Tages an dieser Stelle einem armen Indianer namens Juan Diego erschienen. Wo ihre zarten Füße den Boden berührten, sei durch deren sanften Druck sofort die heilbringende Quelle emporgesprungen und der vordem nackte Hügel habe sich mit den herrlichsten Rosen bekleidet. Mehr noch! Die heilige Jungfrau prägte zur Erinnerung der von dem Indianer getragenen Decke ihr eigenes Bildnis in so leuchtenden Farben auf, daß der Bischof von Mexiko, dem der Indianer die Decke mitsamt einem Bericht über die ihm zuteil gewordene Erscheinung unterbreitete, nicht anders konnte, als die Stelle dieses wundersamen Begebnisses zu einem Wallfahrtsort zu erheben. Seitdem ist Guadalupe das Mekka aller Katholiken Mexikos geworden und bis heute geblieben, obwohl der berühmte mexikanische Historiker Icazbalceta, selber ein Katholik, erklärte, daß der oben geschilderte Vorgang nichts anderes als ein frommer Betrug gewesen wäre und daß die Decke Diegos von irgendeinem Künstler mit dem Bilde der Madonna bemalt worden sei, um die Täuschung zu vollenden und der Legende den Schein der Wahrheit zu verleihen. Diegos Decke ist noch heute in der Kirche zu Guadalupe zu sehen; über ihr hängt auch eine goldene Krone, die im Jahre 1895 vom Papst gestiftet und von einem aus den Vereinigten Staaten gekommenen Erzbischof feierlich geweiht wurde.

Für den fremden Besucher Guadalupes von besonderem Interesse waren bis in die Neuzeit hinein die hier von den Indianern der Umgegend an hohen kirchlichen Festtagen zu Ehren der zur Schutzpatronin Mexikos gewordenen Señora de Guadalupe vollführten religiösen Tänze, während welcher die Teilnehmer in den gleichen Trachten erschienen, die zur Zeit Montecuzumas im Aztekenreiche Mode waren.

Ähnliche Wallfahrtsorte erstanden in allen damals spanischen, portugiesischen und französischen Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas. Die am Titicaca-See in Peru gelegene Ortschaft Cococobana wurde durch ein vom Himmel herniedergefallenes Marienbild berühmt, das, gleich dem Palladium der altgriechischen Sage, sich durchaus nicht von jener Stelle fortbewegen lassen wollte, auf der man es gefunden hatte. In Paraguay strömen am Festtag der Unbefleckten Empfängnis unzählige Gläubige nach dem Städtchen Caacupe, um an einer hier gleichfalls von der Jungfrau hervorgerufenen wunderwirkenden Quelle zu opfern und Heilung zu suchen.

Am St.-Lorenz-Strom unweit Quebeck liegt der Wallfahrtsort St. Anne de Beaupré. Dorthin pilgern aus tausende Meilen weiten Entfernungen ganze Heere frommer Katholiken, um Heilung von allerhand Gebrechen zu erflehen. Während sie vor dem Altar der Basilika knien, drücken sie ihre Lippen andächtiglich auf eine ihnen vorgehaltene Glasscheibe, die einen winzig kleinen Splitter eines Knöchelchens vor direkter Berührung schützt, das angeblich einem Finger der heiligen Anna, der Mutter der Gottesgebärerin, angehörte. Diese Reliquie war zwar nicht wunderkräftig genug, die Basilika, in der sie verwahrt würde, vor zweimaligem Niederbrennen in den Jahren 1922 und 1926 zu bewahren, wobei sogar die berühmte Statue der heiligen Anna sowie viele andere Reliquien ein Raub der Flammen wurden; aber trotz alledem ist die Zugkraft dieser Stätte bis heute die gleiche geblieben. —

Daß die an solchen Plätzen in Szene gesetzten Wundertaten im Verein mit dem hier entfalteten, die Sinne gefangennehmenden kirchlichen Pomp, den glanzvollen Prozessionen und Festen der Heiligen nicht verfehlten, auf die dergleichen nicht gewöhnten Urbewohner Amerikas tiefen Eindruck zu machen, ist bereits aus einem Bericht des ersten Bischofs von Mexiko, Juan de Zumarraga, zu ersehen. Schon am 12. Juni des Jahres 1531 wußte er dem Generalkommissar der Missionen, Matthias Voysen, zu berichten, daß bereits mehr als eine Million Heiden getauft worden seien, viele Kinder schon lesen, schreiben und singen könnten, häufig zur Beichte kämen und voll Andacht das Abendmahl nähmen. Manche dieser Kinder stünden bereits um Mitternacht auf, um der Himmelskönigin, zu der sie sich besonders angezogen fühlten, ihre Ehrfurcht zu erweisen. Auch hätten sich mehrere Kinder durch Aufspüren und Ablieferung verborgen gehaltener Götzenbilder bereits die Märtyrerkrone verdient, da sie dafür von ihren eigenen Eltern in grausamer Weise erschlagen worden seien.

Daß solche Berichte überraschend schneller Erfolge mit Vorsicht aufgenommen werden müssen, dürfte einleuchten, wenn man in Betracht zieht, daß die im Jahre 1517 begonnene Eroberung Mexikos noch keineswegs abgeschlossen war und daß die Eingeborenen auch allen Bekehrungsversuchen passiven Widerstand entgegensetzten. Wie ihre Taufe vielfach vollzogen wurde, ist aus der von dem spanischen Geschichtschreiber Mendieta verfaßten „Ecclesiastical History of the Indians“ zu ersehen, wo angeführt ist, der Bischof Montufar habe zugegeben, daß die Eingeborenen in großen Massen zusammengetrieben und mit Wasser besprengt worden seien, ohne auf den einzelnen Rücksicht zu nehmen. Der Buchstabe der Vorschrift sei damit aber doch erfüllt worden. Auch habe der Bischof geklagt, daß viele der angeblich zu Christen gewordenen die Glaubenslehren nachplapperten wie Papageien, ohne sie im geringsten zu verstehen.

Demnach war das Christentum dieser Eingeborenen wenig mehr als ein übertünchtes Heidentum, verbrämt mit all dem kirchlichen Pomp und Wunderglauben, den die Priester der katholischen Kirche allerorten aufzuwenden lieben. Daß die Mitglieder der obengenannten geistlichen Orden sich dabei die Wohlfahrt und tatsächliche Gewinnung der in der Neuen Welt angetroffenen Urbewohner besonders hätten angelegen sein lassen, kann nicht behauptet werden. Mit wenigen Ausnahmen, worunter der Bischof Bartolomé de las Casas die rühmlichste war, sahen sie gleichmütig den unglaublichen Grausamkeiten zu, die von ihren goldhungrigen Landsleuten allerorten gegen die Eingeborenen begangen wurden, was zur Folge hatte, daß diese sowohl auf den Bahamas, wie auf Espanola, Kuba, Jamaika und allen anderen westindischen Inseln mit erstaunlicher Schnelligkeit zugrunde gingen. Um dem dadurch entstandenen empfindlichen Mangel an Arbeitskräften zur Ausbeutung der Goldwäschereien, Perlenfischereien und anderen Naturreichtümer abzuhelfen, verfielen die Spanier bekanntlich auf den Plan, an den Küsten Afrikas gewaltsam Neger zu rauben und nach Westindien zu schleppen. Damit wurde der Sklavenhandel begründet, der Jahrhunderte hindurch anhielt und weder den daran beteiligten christlichen Nationen noch dem Papsttum, das diesen Handel ausdrücklich genehmigte, zur Ehre gereichte. Ebensowenig wurde er, wie alle Kenner Amerikas bestätigen können, der Neuen Welt zum Segen. —

Geht man tiefer auf die Geschichte der ehemals spanischen und portugiesischen Länder Mittel- und Südamerikas ein, so ist unschwer zu erkennen, daß es dem katholischen Klerus auch hier in erster Linie darum zu tun war, Macht und Reichtum zu gewinnen. Um die Bekehrung der Eingeborenen zum Christentum erfolgreich durchführen zu können, wurden diese nach ihrer Unterwerfung sowohl den in die Länder einrückenden und zu Großgrundbesitzern gemachten spanischen Adelsfamilien sowie den geistlichen Orden und Bischöfen zugeteilt und deren „Schutz“ unterstellt, damit sie umso sicherer für das Christentum gewonnen werden möchten. Dieser „Schutz“ deckte sich aber keineswegs mit dem Begriffe des Wortes; denn in Wirklichkeit wurden die Indianer allüberall in ein Hörigkeitssystem gezwungen, das sich von tatsächlicher Sklaverei kaum unterschied. Es war eine Wiederholung jenes Fronsystems, das während des 14., 15. und 16. Jahrhunderts die aufs rücksichtsloseste ausgebeuteten Bauern der Länder Europas zu ihren häufigen Aufständen gegen die Edelleute und das Priestertum getrieben hatte. Wie dort, so verfielen auch hier die Widerspenstigen nicht nur schärfster Züchtigung, sondern sie wurden auch mit jenen grauenhaften Torturen bedroht, welche die nach der Neuen Welt übertragene Inquisition für unbotmäßige Heiden zu verordnen liebte.

Der bereits erwähnte Bischof Las Casas hat uns den letzten Ausspruch eines Indianerhäuptlings Hathucci überliefert, der, um den Bedrückungen der Spanier zu entgehen, von Espanola nach Kuba geflohen war. Dort wurde er gefangen und zum Feuertode verurteilt. Ein Franziskanermönch nahte sich dem bereits an den Pfahl Gefesselten, um ihn vor der Hinrichtung noch zur Annahme der Taufe zu bewegen, da er dann in den Himmel eingehen werde, wo ewige Freude herrsche. Wolle er sich nicht zum heiligen Glauben bekennen, so werde seine Seele in die Hölle fahren und ewige Pein erleiden. Nachdem der Indianer sich einen Augenblick bedacht hatte, richtete er an den Mönch die Frage, ob die Spanier in den Himmel kämen. Als dies der Mönch bejahte, entgegnete der Häuptling ohne Zögern, er verlange nicht nach dem Himmel, sondern wolle lieber zur Hölle fahren, anstatt an einen Ort zu kommen, wo er aufs neue mit Spaniern zusammentreffen müsse![Die Anklageschriften des Bischofs Las Casas über „Der Spanier Tyrannei“ sind in viele europäische Sprachen übersetzt worden, namentlich noch während der Zeit des spanisch-amerikanischen Krieges des Jahres 1898.] —

Wer sich mit dem Studium der ehemals spanischen Länder Amerikas befaßt, wird bald erkennen, daß das in dem Ausspruch des Häuptlings Hathucci enthaltene furchtbare Verdammungsurteil keineswegs ungerecht war; denn die Herrschaft der Spanier und des mit ihnen gekommenen und durch ihre Waffen beschützten Klerus wurde weder den Urbewohnern der Neuen Welt noch den eroberten Ländern zum Segen. Es ist in allererster Linie die Schuld dieses Priestertums, daß die meisten jener Länder sich noch heute in einem gänzlich verwahrlosten Zustande befinden, der an den der Länder Europas während des frühen Mittelalters erinnert.

Maturin Ballou läßt auf Seite 21 seines Buches „Aztec Land“ (Boston 1890) den bedeutenden mexikanischen Gelehrten Riveray Rio in folgender Weise zu Worte kommen:

„Mit dem Sturz Montezumas im Jahre 1520 begann die Herrschaft Spaniens. Während ihrer dreihundert Jahre langen Dauer hielten römische Päpste und spanische Könige gemeinsam Mexiko und sein Volk in ihrer Gewalt. Ihre gierigen Hände waren beständig ausgestreckt, um sämtliche Erträgnisse der Bergwerke und des Bodens an sich zu reißen. Während die Macht und Ausdehnung einer fremden Kirche und eines fremden Reiches sich beständig erweiterten, wurde Mexikos Bevölkerung völlig versklavt. Es war damals, daß die Kirche Roms ein so zahlreiches Heer von Mönchen, Nonnen und Priestern hierher sandte, so ungeheuren Grundbesitz erwarb, so unglaublich viele steinerne Kirchen, große Klöster, Jesuitenschulen und Inquisitionsgefängnisse aufführte und so unermeßliche Reichtümer an Gold und Silber zusammenraffte. Während dieser Zeit versank unser armes Volk in das äußerste Elend. Es wurde aller Rechte und jeder Möglichkeit beraubt, sich emporzuarbeiten. Es wurde ihm überlassen, in geistiger Finsternis einherzutappen und irgendwie ein Fortkommen zu finden. Handel mit anderen Völkern zu treiben, war ihm nicht erlaubt. Erwarb irgend jemand Eigentum, so wurde es unter allerhand Vorwänden für kirchliche und königliche Zwecke beansprucht. Unter den falschen Lehren eines korrupten Priestertums herrschte blinder Aberglaube, während gleichzeitig die fürchterliche Inquisition mit ihrer grausamen Maschinerie das Volk in eine Unterwürfigkeit zwang, die in der Geschichte der Menschheit kaum ihresgleichen hatte. Unter solcher Mißwirtschaft verlor Mexiko unter den Ländern der Erde mehr und mehr an Bedeutung.“ —

Hören wir weiter, was der Amerikaner Wm. E. Curtis, einer der Leiter der Kolumbischen Weltausstellung zu Chikago und einer der fähigsten Schriftsteller seiner Zeit, in seinem Buch „Capitals of Spanish America“ (Neuyork 1888) auf Grund eigener Beobachtungen über die Republik Ekuador zu sagen hatte:

„Obwohl Simon Bolivar Ekuador vom spanischen Joch befreite, hielten die Priester die Bevölkerung dennoch so in ihrer Gewalt, daß in der von ihnen verdorbenen Atmosphäre wirkliche Freiheit weder aufkommen noch leben konnte. Infolgedessen verfiel das Land jener Anarchie, in der es sich noch heute befindet. Ekuador ist das einzige Land Amerikas, in dem die katholische Kirche noch in genau derselben Weise fortbesteht, als wie zu jener Zeit, wo die Spanier das Land verließen. Ein Viertel des gesamten Eigentums gehört dem Erzbischof. Auf jede 150 Einwohner kommt eine Kirche. 10 % der ganzen Bevölkerung sind Priester, Mönche und Nonnen. Von den 365 Tagen des Jahres werden 272 als kirchliche Fest- oder Fasttage gefeiert. Das Priestertum hat die gesamte Regierung in seiner Hand, erwählt sowohl die Präsidenten, wie den Kongreß und die Richter, diktiert die Gesetze und erzwingt deren Durchführung. Seine Herrschaft ist eine so absolute, als ob der Papst König und das Land eine päpstliche Kolonie wäre. Das Volk wird in völliger Unwissenheit erhalten. Bücher, Zeitschriften und Zeitungen dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung der Jesuiten nicht eingeführt werden. Eine eigene Literatur ist nicht vorhanden. Da der Schulunterricht von der Kirche überwacht wird und im Dienst derselben steht, so sind die Kinder über das Leben der Heiligen weit besser unterrichtet als über die Geschichte und Geographie des eigenen Landes. 75 % aller Geburten sind illegitim. Stiergefechte und Hahnenkämpfe bilden die hauptsächlichsten Unterhaltungen.“ —

Im Einklang damit stehen die Schilderungen andrer Reisenden. So berichtete Theodor Wolf in den „Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin“ (1891), daß der Zustand der Felder und ihre Bestellungsart die traurigsten Begriffe von der Indolenz der Einwohner geben. Der Reichtum der Landgüter bestehe meist nur in soundso vielen Quadratmeilen von Weideplätzen für halb verwildertes Vieh. Der Zustand der Verkehrswege sei derart schlecht, daß sie nur da zu sein scheinen, um die Kommunikation zu erschweren. Dörfer, nur einen Büchsenschuß voneinander entfernt, sind durch Schluchten und Wege getrennt, welche ein mehrstündiger Regen völlig unpassierbar macht, so daß oft tageweite Umwege gemacht werden müssen. Aber das Land hat nicht weniger als sechs Bischofssitze, die dem Erzbistum in Quito unterstehen. —

Wenig besser liegen die Verhältnisse in Bolivia, Peru, Kolumbia, den Republiken Mittelamerikas und in Mexiko. Seit dem Aufhören der spanischen Herrschaft sind sie die Schauplätze beständiger Revolutionen und Bürgerkriege gewesen. Klerikale, liberale und radikale Parteien ringen unablässig um die Oberhand. Bald gelingt es dieser, bald jener Partei, den Sieg zu gewinnen, worauf ihre Führer es selten unterlassen, die Widersacher aus dem Lande zu vertreiben oder, wenn sie ihnen in die Hände fallen, an eine Mauer zu stellen und durch ein paar Schüsse für immer unschädlich zu machen.

Manche dieser Republiken liegen seit mehreren Menschenaltern in einem beständigen Kulturkampf gegen die sie unterjochende Kirche. So vor allen Mexiko, wo sich neben den „Clerigos“, der von den Priestern geleiteten kirchlichen Partei, auch eine nach Reformen verlangende Partei, die „Liberales“ bildete. Um die letzteren zu unterdrücken, entfesselten die Priester wiederholt blutige Bürgerkriege, ohne aber ihrer Gegner vollkommen Meister zu werden.

Als nun im Jahre 1857 Benito Juarez, ein geborener Azteke, von seinem bisherigen Posten eines Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs zum Präsidenten des ganzen Landes erhoben wurde, erließ er bald nach seinem Antritt wie auch im Jahre 1859, mehrere Reformgesetze, um in der durch die „Clerigos“ gänzlich herabgewirtschafteten Republik geordnete Zustände zu schaffen. In allererster Linie verlangte er die völlige Trennung zwischen Staat und Kirche sowie die Fernhaltung der letzteren von jeder ferneren Einmischung in die nationale Politik. Ferner verordnete er, daß kein im Ausland geborener Priester länger in Mexiko ein geistliches Amt bekleiden dürfe; daß alle religiösen Orden und Klöster aufgehoben werden sollten; daß Schulunterricht nur in den von der Regierung eingerichteten und geleiteten Schulen erteilt werde, und daß fernerhin keiner religiösen Körperschaft noch einem Geistlichen irgendwelchen Bekenntnisses gestattet werden solle, Schulen zu gründen und zu unterhalten. Kirchlichen Zeitschriften wurde verboten, sich mit der Besprechung national-politischer Vorgänge zu befassen. Ebenso wurde verfügt, daß keinerlei Körperschaften bestehen dürfen, deren Namen irgendwie auf eine Verbindung mit der Kirche hindeuten. Auch das Abhalten politischer Versammlungen in den Kirchen ist verboten, wohingegen religiöse Veranstaltungen nur innerhalb der Kirchen stattfinden dürfen. Von besonderer Wichtigkeit ist ferner, daß kein geistlicher Orden fortan Grundbesitz erwerben noch verwalten darf; daß Kirchen mit ihrem gesamten Inhalt als nationales Eigentum betrachtet werden sollen und daß der Regierung das Recht zustehe, über die Paläste der Bischöfe, die Gebäude der Priesterseminare, Kirchenschulen und Klöster nach Gutdünken zu verfügen.

Es ist klar, daß Vorschriften dieser Art nur in einem Lande beschlossen werden konnten, dessen Regierung zu ihrem Erlaß durch die bittersten Erfahrungen gezwungen wurden. Juarez sollte aber bald verspüren, daß Rom und die Clerigos nicht gesonnen seien, ihre Stellung in Mexiko kampflos aufzugeben. Seit geraumer Zeit waren unter Leitung des Erzbischofs von Mexiko Anschläge im Gange, um den Sturz der Republik und ihres Präsidenten Juarez herbeizuführen und an deren Stelle ein der Leitung Roms unterworfenes Kaisertum zu errichten. Die dafür erforderlichen Persönlichkeiten waren bereits sorgfältig ausgewählt. Zum künftigen Kaiser hatte man ein Mitglied der streng katholischen Habsburger, den österreichischen Erzherzog Maximilian ausersehen und ihn mit Charlotte, der Tochter des ebenfalls streng katholischen Königs Leopold II. von Belgien, vermählt. Diesem in dem bei Triest gelegenen Schloß Miramar wohnenden jungen Paar wurde die kaiserliche Würde angetragen. Maximilian nahm dieselbe an, nachdem ihm von dem zu dem Komplott hinzugezogenen Erzintriganten Napoleon III. die Zusicherung gegeben war, daß ein 30000 Mann starkes französisch-belgisches Heer zur energischen Durchführung des Anschlags bereitstehe. Die feierliche Krönung des Paares erfolgte auf Anordnung des Papstes im April des Jahres 1864 in Wien, und am 14. April die Abreise von Triest aus an Bord eines österreichischen Kriegsschiffes. Dieses brachte die Reisenden zunächst nach Civita Vecchia, dem Hafenplatz des Kirchenstaates, wo Papst Pius IX. dem Kaiserpaar seinen Segen erteilte und es ermahnte, daß seine heiligste Pflicht darin bestehe, die Kirche in Mexiko in alle ihre früheren Rechte wieder einzusetzen und ihr auch ihr konfisziertes Eigentum zurückzuverschaffen.

Die Ankunft des von einem glänzenden Hofstaat begleiteten Herrscherpaares im Hafen von Vera Cruz erfolgte am 28. Mai. Die Folge war ein von 1864—1867 wütender Krieg in Mexiko, der erst ein Ende nahm, nachdem der schlecht beratene, von Napoleon bald wieder verlassene Kaiser Maximilian von den ihr Vaterland verteidigenden Republikanern gefangengenommen und am 19. Juni 1867 bei Queretaro, unweit der Hauptstadt Mexiko, standrechtlich erschossen wurde. —

Bereits mehrere Monate vor dieser Tragödie hatte die junge Kaiserin Charlotte sich nach Frankreich begeben, um Napoleon zum Einhalten seiner Versprechungen zu veranlassen. Diese blieben aber unerfüllt, da die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika sich nicht nur weigerte, ein mexikanisches Kaisertum anzuerkennen, sondern auch mit der Bekämpfung desselben drohte. Die unglückliche Kaiserin, über das Fehlschlagen ihrer Hoffnungen und den Verlust des Gatten brütend, verfiel in Irrsinn, aus dem sie erst viele Jahrzehnte später durch den Tod erlöst wurde. Der dem jungen Paar vom Papst im April des Jahres 1864 erteilte Segen hatte sich als wirkungslos erwiesen. —

Den von Juarez erlassenen Verordnungen wurden im Jahre 1917 einige weitere hinzugefügt. Sie bestimmen, daß kein Geistlicher weder von einem Amtsbruder noch von einer religiösen Körperschaft Grundbesitz noch Eigentum erben kann; ferner, daß nur auf dem Standesamt geschlossene Ehen gerichtlich anerkannt werden sollen und daß die Regierung das Recht habe, die Höchstzahl der für jeden Bezirk zulässigen Geistlichen zu bestimmen. Es sind diese Verordnungen, denen das Papsttum und seine in Mexiko weilenden Vertreter die Anerkennung verweigern. An ihren Jahrhunderte alten Forderungen festhaltend, daß die Oberhoheit der Kirche über allen weltlichen Regierungen stehe und sich keinerlei Vorschriften derselben unterwerfen dürfe, nahmen sie in den Jahren 1927 und 1928 auch den Kampf gegen die Regierung des Präsidenten Calles auf, der auf der bisher kaum ernstlich vorgenommenen Durchführung der oben aufgezählten Bestimmungen bestand. In diesem Kampf verfügte der Papst das Aufhören aller Gottesdienste und das Einstellen aller priesterlichen Handlungen, wie die Vornahme von Taufen, Eheschließungen und Begräbnisfeierlichkeiten, mit anderen Worten: das Interdikt mit all seinen Schrecken für eine gläubige Bevölkerung. Desgleichen verhängte der Papst über alle Geistliche, die sich den Bestimmungen der Regierung fügen wollten, die Exkommunikation. Um der Callesschen Regierung Verlegenheiten zu bereiten, wurde durch die kirchlichen Organe den Gläubigen auch die Abführung aller Steuern und öffentlichen Abgaben an die Regierung untersagt, sowie die Zurückziehung von Bankguthaben aus dem öffentlichen Geldumlauf angeordnet. Diese Beeinflussung der Gläubigen nahm einen so weitgehenden Umfang an, daß eine finanzielle Katastrophe auszubrechen drohte. An vielen Orten kam es auch zu blutigen Zusammenstößen der Clerigos mit den Regierungstruppen, die zahlreiche Opfer forderten. So rief der Kulturkampf abermals einen Bürgerkrieg hervor, dessen Ausgang noch nicht abzusehen ist. Die am 17. Juli 1928 erfolgte Ermordung des eben zum Präsidenten erkorenen Generals Alvaro Obregon durch einen religiösen Fanatiker dürfte zur Verschärfung der unglücklichen Zustände in Mexiko wesentlich beitragen. In diesem Kampf handelt es sich für die Regierung wesentlich auch um das wichtigste Problem Mexikos: Die Befreiung und geistige Hebung des eingeborenen Indianers, der seit dem Erscheinen der Spanier in seinem Lande um den von diesen und dem Priestertum ihm entrissenen Boden kämpft, um die Erträgnisse seiner Arbeitskraft ringt und das auf ihm lastende fürchterliche Joch des Entrechteten abwerfen möchte, wie das auch die von den Edelleuten und dem Priestertum unterdrückten und ausgebeuteten Bauern Englands und Deutschlands während des Mittelalters taten.

Daß die mexikanischen Clerigos in dem Kampf um die Herrschaft vor Gewalttaten und Meuchelmord nicht zurückschrecken, hat die am 17. Juli 1928 erfolgte Ermordung des eben zum Nachfolger des Präsidenten Calles erwählten Generals Alvaro Obregon durch einen 23 jährigen religiösen Fanatiker namens José de Leon Toral dargetan. Derselbe schoß den um sein Vaterland hochverdienten General während eines zu seinen Ehren veranstalteten Festmahls in kaltblütigster Weise nieder. Infolge dieses Mordes wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Verhöre ergaben, daß eine ganze Anzahl von Clerigos in einem in der Stadt Mexiko gelegenen Nonnenkloster eine Verschwörung geschmiedet hatten, dahingehend, sowohl den Präsidenten Calles wie auch dessen Nachfolger Obregon durch Bomben oder Gift aus dem Wege zu räumen. Sowohl im Abgeordnetenhause wie auch im Hauptquartier des Generals Obregon wurden Dynamitbomben zur Explosion gebracht; ferner gestand eine schöne Mexikanerin, Senorita Maria Elena Manzano, auserlesen gewesen zu sein, während einer Festlichkeit sowohl den Präsidenten wie den General Obregon einzuladen, mit ihr zu tanzen, während des Tanzes aber auch diese beiden „Feinde der Kirche“ mit einer vergifteten Nadel zu verwunden und dadurch ihren Tod herbeizuführen. Bomben wie Gift seien in dem Nonnenkloster hergestellt worden, dessen Oberin, Concepcion Acebeda de la Llata, jede Mitwisserschaft an der Verschwörung abzuleugnen suchte.

Wer würde nicht durch solche in heimtückischer Weise geplanten Anschläge an die Giftringe des Papstes Alexander IV., und ferner an die erfolgreichen Attentate auf die englischen Könige Henry II., Henry IV. und William den Schweigsamen erinnert? Und ferner an das erfolgreiche Attentat auf den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln?

In den während der Monate Oktober und November 1928 abgehaltenen gerichtlichen Verhandlungen wurde Toral, der Mörder Obregons, zum Tode und die Oberin des Nonnenklosters als die „geistige Anstifterin des Verbrechens“ zu zwanzigjähriger Gefängnishaft verurteilt. Toral wurde am 9. Februar 1929 standrechtlich erschossen. Kaum 24 Stunden später wurde auf den an Stelle des ermordeten Obregon erwählten neuen Präsidenten der Republik, Emilio Portes Gil, ein Anschlag verübt, als er, von zahlreichen Kongreßmitgliedern begleitet, sich auf einem Sonderzug auf der Fahrt von Tamaulipas zur Hauptstadt befand. Vor dem Eingang zu einer Brücke war eine Dynamitbombe niedergelegt worden, die mit furchtbarer Gewalt explodierte, die Lokomotive und mehrere Wagen zerstörte und den Heizer der Lokomotive tötete. Der neue Präsident entging dem Anschlag unverletzt.

„Als im Frühjahr 1929 nach schweren Kämpfen eine Einstellung der Feindseligkeiten erfolgte und die Revolution niedergeworfen war, ergab es sich, daß die Unruhen weit über 4000 Tote und über 12000 Verwundete gefordert hatten. Zahlreiche Eisenbahnen und Brücken waren zerstört worden. Außerdem war dem Lande eine Ausgabe von 16000000 Dollars erwachsen. Das von Rom über Mexiko verhängte Interdikt wurde erst im Juni wieder aufgehoben.“

ROM IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

Wie im Jahre 1497 durch John Cabot entdeckte Ostküste Nordamerikas wurde schon bald von manchen protestantischen Sekten, die wegen ihrer von den Lehren der „allein wahren Kirche“ abweichenden Anschauungen aufs härteste verfolgt wurden, als eine Zufluchtsstätte aufgesucht, wo sie ihrem Glauben ungehindert und in Frieden leben könnten. Die erste derartige Auswanderergruppe bestand aus Hugenotten, die im Jahre 1562 auf Betreiben des französischen Admirals Coligny an einem noch völlig unbekannten Landstrich zwischen den heutigen Staaten Süd-Carolina und Florida anlangten und dort eine befestigte Niederlassung anlegten, die sie zu Ehren des französischen Königs Charles IX. „Arx Carolina“ nannten. Auf diesen Landstrich erhoben aber auch die in Florida sitzenden Spanier Anspruch. Demgemäß erteilte der fanatisch katholische König Philipp II. dem ebenso energischen wie grausamen Seefahrer Menendez de Avilas den Auftrag, das Ketzernest, koste es was es wolle, auszurotten. Dieser entledigte sich des Befehls mit schonungsloser Härte. Denn obwohl er den Hugenotten, die nach längerer Belagerung ihre Ergebung anboten, das Versprechen gegeben hatte, ihr Leben schonen zu wollen, ließ er sie dennoch ausnahmslos niedermetzeln und über ihren Leichen eine Tafel mit der Inschrift aufrichten: „Dieses geschah ihnen nicht als Franzosen, sondern als Ketzern!“ —

In Frankreich erregte dieser Mord so tiefe Erbitterung, daß im Jahre 1567 eine Strafexpedition nach der Stätte des Verbrechens ausgesandt wurde. Dieselbe überwältigte die dort zurückgelassene spanische Besatzung, richtete sie auf derselben Stelle hin, auf der die Hugenotten abgeschlachtet worden waren, und pflanzte auf dem Platz eine andere Tafel mit der Inschrift auf: „Dieses geschah ihnen nicht als Spaniern, sondern als Wortbrüchigen und Mördern!“

Zu einer Erneuerung der Hugenottenkolonie kam es aber nicht mehr, da die Lage der Hugenotten in Frankreich sich außerordentlich verschlimmerte, als die von dem Herzog von Guise geleitete katholische Partei in der Regierung des Landes die Oberhand gewann und nun gegen die „Ketzer“ die gröbsten Gewalttaten verübte. Es war bekanntlich am 24. August 1572, daß während der Bartholomäusnacht der Admiral Coligny selbst nebst vielen tausend seiner Glaubensgenossen dem religiösen Fanatismus zum Opfer fielen. —

Den hier kurz geschilderten ersten blutigen Zusammenstößen zwischen Protestanten und Katholiken auf dem Boden der Neuen Welt reihten sich um die Mitte und zu Ende des 17. Jahrhunderts weitere an. An den Gestaden von Massachusetts hatten aus England ausgewanderte Puritaner im Jahre 1620 festen Fuß gefaßt, die Niederlassung Plymouth gegründet und sich von dort aus über ansehnliche Teile der mit dem Namen „Neuengland“ getauften Länderstrecken verbreitet. Nördlich und nordwestlich von ihnen hielten die katholischen Franzosen Kanada besetzt. Als nun der zum Katholizismus übergetretene König Jakob II. von England von seinem Volk vertrieben wurde und an den Hof seines Glaubensgenossen Louis XIV. von Frankreich floh, nahm dieser sich der Sache des entthronten Königs an. Der dadurch im Jahre 1689 entbrennende Krieg zwischen Frankreich und England dehnte sich natürlicherweise auch auf die Kolonien in Amerika aus. Hier war die Macht der Franzosen hauptsächlich durch den Eifer der als Missionare unter den Indianern tätigen Jesuiten begründet worden. Und diese waren es, welche die ihrem Einfluß unterstehenden Indianerstämme zu Feindseligkeiten gegen die protestantischen Engländer aufhetzten. Es kam infolgedessen zu grauenhaften Grenzkriegen, in denen viele Ansiedler Neuenglands und der Kolonie Neuyork ihr Leben verloren oder in Gefangenschaft geschleppt wurden.

Weitere Streitigkeiten entspannen sich dadurch, daß der gleiche König Jakob II. dem zum Baron von Baltimore erhobenen Sir George Calvert die Vollmacht gegeben hatte, an der Ostküste von Nordamerika auch eine katholische Kolonie zu gründen. Dieselbe wurde zu Ehren der Königin Maria „Terra Mariae“ = „Maryland“ getauft. Obwohl auf der Grundlage völliger Glaubensfreiheit organisiert, wurde auch diese Kolonie zum Schauplatz unaufhörlicher religiöser Reibereien. —

Zweifellos waren es die Erinnerungen an all diese Vorkommnisse und an die nie endenden schweren Glaubenskämpfe in Europa, welche den französischen Marquis Lafayette, den Verfechter persönlicher Freiheit, bewogen, eines Tages seinem Freund und Waffengenossen George Washington gegenüber die Befürchtung auszusprechen, daß, sollte der in den Jahren 1775 bis 1784 aufgerichtete Bund der Vereinigten Staaten jemals zerstört werden, das wahrscheinlich durch die Ränke der römischen Klerisei geschehen werde.

Seitdem Lafayette diese Warnung erließ, sind 150 Jahre verstrichen. Innerhalb dieses verhältnismäßig kurzen Zeitraums haben sich in den Vereinigten Staaten von Amerika Verhältnisse entwickelt, die zu der Untersuchung herausfordern, ob die von Lafayette ausgesprochene Befürchtung gerechtfertigt sei und ob den Vereinigten Staaten in dem Katholizismus tatsächlich eine Gefahr drohe.

Von Seiten der römischen Klerisei wird das natürlich in der entschiedensten Weise bestritten und immer und immer wieder betont, daß sie es sich niemals einfallen lassen werde, den geringsten Einfluß auf die Regierung und die Politik des Landes ausüben zu wollen. Bekanntermaßen ist aber das Papsttum eine Macht, die seit ihrem Entstehen in beständigem Kampfe mit allen weltlichen Obrigkeiten gelegen hat, die sich seinem Streben nach bedingungsloser Vorherrschaft widersetzten. Es liegt nicht im Sinne des Papsttums und der römischen Klerisei, sich mit anderen in die Herrschaft über die Menschheit zu teilen. Sie machen es deshalb überall jedem Katholiken zur strengsten Pflicht, den von Rom ausgehenden Befehlen mehr zu gehorchen als den gesetzlichen Vorschriften der jeweiligen Landesbehörden. So war und ist es in allen Ländern mit monarchistischer Regierung, und so ist es auch in allen Republiken. Die Vereinigten Staaten von Amerika bilden keineswegs eine Ausnahme. Es ergibt sich dies aus den Verpflichtungen, die das Papsttum den katholischen Bürgern Amerikas von jeher auferlegte. Die Statuten der Vereinigten Staaten schreiben jedem, der das amerikanische Bürgerrecht erwerben will, vor, unter Eid jedem Gehorsam und jeder Treue gegenüber jedem fremden Herrscher und Staat, denen der Aufnahmesuchende bisher Untertan war, für immer zu entsagen. Bekanntlich verlangt aber die katholische Kirche von allen ihren Anhängern unbedingten Gehorsam dem Papst gegenüber und bedroht jeden mit Ausstoßung aus der Kirchengemeinschaft, der es an diesem Gehorsam fehlen lassen sollte.

Daß auch in Amerika der Katholik in erster Linie dem Papst Gehorsam schulde, wurde bereits im 18. und 19. Jahrhundertgepredigt, seitdem aber auch wiederholt in der nachdrücklichsten Weise betont. So insbesondere auf einem im Jahre 1884 in Baltimore abgehaltenen Konzil der amerikanischen Kirchenfürsten. Sowohl hier wie auch in einem im Jahre 1886 in Baltimore erlassenen kanonischen Gesetz wurde hervorgehoben, daß der Gehorsam gegen eine weltliche Regierung erst an zweiter Stelle komme, und daß keine einer Regierung geleisteten Eide gehalten zu werden brauchten, welche den Interessen der Kirche zuwiderliefen. Solche Eide seien nicht als wirkliche, bindende Eide, sondern als falsche Eide anzusehen.Wir müssen lernen,“ so lautete es in dieser Vorschrift, „daß wir zuerst Katholiken und dann erst Bürger sind. Wie Gott über den Menschen steht, so steht die Kirche auch über dem Staat!“ Papst Leo XIII. selbst schärfte in einem am 10. Januar 1890 erlassenen Hirtenbrief den amerikanischen Katholiken ein: „Es ist unrecht, die Gesetze der Kirche zu brechen, um Verordnungen der weltlichen Behörden zu folgen. Stehen die Bestimmungen irgendeines Staates im Widerspruch zu den Erlassen der Kirche, oder schädigen sie oder stellen die Autorität des Papstes in Frage, so ist es Pflicht jedes Katholiken, sich ihnen zu widersetzen, eine Sünde, sich ihnen zu unterwerfen!“ —

Wird in diesen Sätzen den amerikanischen Katholiken aufs bestimmteste ihr in bezug auf Kirche und Staat zu beobachtendes Verhalten vorgeschrieben, so sind in zahlreichen anderen kirchlichen Erlassen die deutlichsten Hinweise gegeben, in welchem Sinne sie ihren politischen Pflichten als Bürger nachzukommen haben. Der Neuyorker Generalvikar Preston erklärte in einer am Neujahrstag 1888 gehaltenen Predigt: „Es wird oft von amerikanischen Katholiken geglaubt, daß die Politik außerhalb des Bereiches der Kirche liege und daß die Kirche nur Oberhoheit in Sachen des Glaubens habe. Sie sagen: ,Ich will wohl meinen Glauben, nicht aber auch meine Politik vom Papste empfangen!‘ Derartige Äußerungen sind unloyal und unwahr. Ihr dürft nicht denken, wie es euch beliebt, ihr müßt denken als Katholiken! Wer da sagt, er wolle wohl seinen Glauben, nicht aber auch seine Politik von St. Peter beziehen, der ist kein wahrer Katholik!“ —

Papst Leo XIII. gab sogar in einem Hirtenbrief vom 7. Februar 1885 den amerikanischen Katholiken folgende Anweisung:

„Wir ermahnen alle Katholiken, den öffentlichen Vorgängen sorgfältige Aufmerksamkeit zuzuwenden und an allen städtischen Angelegenheiten, Wahlen und öffentlichen Versammlungen teilzunehmen. Alle Katholiken müssen sich als tätige Elemente in dem täglichen politischen Leben jener Länder, in denen sie leben, fühlbar machen. Sie sollten sich mit aller Macht bemühen, daß die Verfassungen jener Staaten, in denen sie leben, nach den Grundzügen der wahren Kirche umgewandelt werden. Erweisen die Katholiken sich als träge, so werden die Zügel der Regierung leicht von Personen ergriffen, deren Gesinnung wenig Aussichten auf die Wohlfahrt der Kirche lassen. Darum haben die Katholiken guten Grund, in das politische Leben einzugreifen, um das lebendige Blut katholischer Weisheit und Tugend in das ganze System der Staaten einzuführen. Alle Katholiken, die Anspruch auf diesen stolzen Namen erheben, müssen für dieses Endziel wirken und arbeiten, bis jeder Staat nach dem von uns beschriebenen Vorbild umgewandelt ist!“ —

Offener können die Endziele, welche die katholische Kirche sich in den Vereinigten Staaten von Amerika stellt, wohl nicht zum Ausdruck gebracht werden. Sehen wir nun zu, mit welchen Mitteln sie arbeitet, um diese Ziele zu erreichen und welche Erfolge sie bis jetzt errungen hat. —

Die Vereinigten Staaten gelten als das Land, wo die politische Organisation, die sogenannte „Maschine“, ihre höchste Ausbildung erlangt habe. Aber die Organisation der beiden großen Parteien wird doch noch weit übertroffen von derjenigen der katholischen Hierarchie.

Papst Leo XIII.

Papst Leo XIII.

Im Jahre 1929 bestand das römische Heer in den Vereinigten Staaten aus 4 Kardinälen, und zwar jenen zu Boston, Neuyork, Philadelphia und Chikago; ferner aus 17 Erzbischöfen und 99 Bischöfen. Dieser Generalstab befehligte eine Armee von 25773 Priestern und 19 1/2—20 Millionen Katholiken.

An der Spitze dieser gewaltigen Macht steht seit dem Jahre 1892 ein apostolischer Delegat, der seinen Wohnsitz in der Bundeshauptstadt Washington hat, als direkter Vertreter des Papstes bei der amerikanischen Regierung fungiert und als solcher bei allen Empfängen des Präsidenten und bei öffentlichen Anlässen den Vortritt vor sämtlichen Botschaftern und Gesandten aller anderen Regierungen hat.

Um die Stellung dieses Delegaten soviel als möglich zu befestigen, wurde er mit einem Dekret ausgestattet, das folgenden Wortlaut hatte:

„Wir gebieten allen, welche es angeht, Sie, unseren apostolischen Gesandten, als die oberste Macht anzuerkennen. Wir gebieten allen, Ihnen in allen Dingen Hilfe, Unterstützung und Gehorsam zu leisten und in Ehrfurcht Ihre heilsamen Verordnungen und Befehle entgegenzunehmen. Alle Urteile oder Strafen, die Sie über diejenigen fällen und verhängen, die sich Ihrer Autorität widersetzen, sollen von uns bestätigt werden, und kraft der von Gott uns verliehenen Autorität werden wir für ihre unverletzliche Beobachtung sorgen, bis gebührende Genugtuung erlangt ist, gleichviel, ob diese Genugtuung gegen Verfassungen, apostolische Vorschriften oder irgendwelche andere Verordnungen verstößt.“ —

Demgemäß übertreffen die Machtbefugnisse des apostolischen Delegaten diejenigen der Botschafter sämtlicher weltlichen Mächte wie auch diejenigen irgendeines politischen Parteiführers bei weitem. Deshalb hatte Papst Leo auch keineswegs unrecht, wenn er die Anerkennung dieses Delegaten seitens der amerikanischen Regierung als „die Krone aller bisherigen Erfolge“ bezeichnete. —

Zum Zwecke der strengen Durchführung der von diesem Delegaten ausgehenden Erlasse ist das Gebiet der Vereinigten Staaten in 15 Provinzen eingeteilt: Neuyork, Baltimore, Philadelphia, Boston, Cincinnati, Chikago, Milwaukee, St. Paul, Dubuque, St. Louis, San Antonio, Neuorleans, Santa Fé, San Franzisko und Oregon-City. Jede Provinz hat an ihrer Spitze einen Erzbischof, und jede Diözese der Provinzen einen Bischof. Die gesamte katholische Geistlichkeit hat den päpstlichen Gesandten als direkten Vertreter des Papstes anzusehen, und alle Vorschläge, welche die Erzbischöfe nach Rom machen, kommen durch ihn an die Erzbischöfe zurück.

Was nun das Eingreifen in die Politik betrifft, so ist bekannt, daß die Katholiken in vielen größeren Städten, besonders in Neuyork, Chikago u. a. O. die Wahlen bestimmen. In Neuyork bildet die seit 1789 bestehende „Tammany Society“ den Sammelpunkt für die fast durchweg katholischen, ihren Priestern unbedingt folgenden Irländer, die, nebenbei gesagt, auch in dem im Jahre 1836 gegründeten Orden der „Hibernians“ eine an 100000 Mitglieder zählende Vereinigung besitzen. Noch weit stärker ist der im Jahre 1882 gegründete „Orden der Kolumbusritter“ („Knights of Kolumbus“). Dem Bericht zufolge, der am 2. August 1927 in Portland, Oregon, der 45. Jahresversammlung vorgelegt wurde, zählte der Orden damals 690782 Mitglieder, die sich auf 2498 „Councils“ oder Ratsstellen verteilten, die sowohl über das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten, wie über Kanada und Alaska verbreitet sind. Das Gesamtvermögen des Ordens belief sich außer mancherlei Spezialstiftungen auf über 25 1/2 Millionen Dollars. Der Zweck des Ordens wird auf seinen Bannern durch die drei Buchstaben M. A. C. angedeutet, die nichts anderes besagen als: „Make America Catholic!“ —

Daß dieser Orden sich in seiner Tätigkeit keineswegs auf die Vereinigten Staaten und Kanada beschränkt, bewies er durch einen im Jahre 1926 angenommenen Beschluß, durch den die Regierung des Präsidenten Calles von Mexiko wegen der gegen die katholische Kirche seines Landes gerichteten Maßnahmen aufs schärfste verdammt wurde. Ferner wurde eine Million Dollars bewilligt, um durch Vorträge und Flugschriften auf die bedrängte Lage der Katholiken in Mexiko aufmerksam zu machen und die amerikanische Regierung womöglich zu geharnischten Protesten, zu bewaffnetem Einschreiten zu veranlassen. In ähnlicher Weise wie die „Kolumbusritter“ sind die 1790 gegründeten „Foresters of America“ für die weitere Ausbreitung und Befestigung der Kirche tätig. Desgleichen das „National Council of Catholic Men“; das „National Council of Catholic Women“; die „National Union of Catholic Young Men“; die „Catholic Daughters of America“ u. a. m. Ferner bestehen streng katholische Zentralverbände, wie z. B. der „Deutsch-Römisch Katholische Zentralverein“, die Verbände katholischer Akademiker, Schriftsteller, Schauspieler und Arbeiter, außerdem streng katholische Gesang- undTurnvereine und Kegelklubs.

Über allen diesen Vereinigungen steht die im Jahre 1921 gegründete „National Catholic Welfare Conference“, die ihren Sitz in Washington hat und von einem aus 7 Erzbischöfen und Bischöfen bestehenden, jährlich neu zu erwählenden Vorstand geleitet wird. Seine Aufgabe besteht darin, die gesamte katholische Bevölkeruung der Vereinigten Staaten zu gemeinsamem Handeln in allen sie und die Kirche angehenden Fragen anzuhalten. Der ausführenden Abteilung des Vorstandes unterstehen Sonderabteilungen, die sich mit der Einwanderung und der Amerikanisierung der Eingewanderten, mit dem Erziehungs- und Schulwesen, mit der Behandlung der Presse, mit der Ordnung des Vortragswesens und der Beschaffung und Vorführung geeigneter Wandelbilder, mit Wohlfahrtsfragen usw. zu befassen haben. Ein monatlich erscheinendes „Bulletin“, sowie ein besonderer Nachrichtendienst versorgen sämtliche in den Vereinigten Staaten erscheinende katholische Tageszeitungen und Monatsschriften mit geeignetem Lesestoff. Selbstverständlich unterhält dieses Nachrichtenbureau auch in allen größeren Städten eigene Korrespondenten.

Gegenüber diesem bis in die kleinsten Einzelheiten fest geschlossenen und wohlgedrillten Heer des Katholizismus bieten die vielen nichtkatholischen Bekenntnisse in den Vereinigten Staaten das Bild jämmerlicher Zersplitterung. In hunderte Sekten und Sektchen geteilt, die in armseligen Haarspaltereien einander befehden, werden sie von dem Katholizismus langsam, aber sicher weggeschwemmt. Dieser Prozeß wird dadurch erleichtert, daß viele der nichtkatholischen Durchschnittsamerikaner dem Vordringen der römischen Macht mit einer geradezu naiven Harmlosigkeit gegenüberstehen. Der Glaube an die Unerschütterlichkeit der Bundesverfassung ist so fest in ihnen gewurzelt, und sie bilden sich so sehr ein, Amerika mache eine Ausnahme von der Regel, wonach Religionsfreiheit und souveränes Priestertum nicht nebeneinander bestehen können, daß sie es gar nicht für möglich halten, jemand könne ernstlich die Absicht haben, diese heilige Bundesverfassung umzugestalten. Daß aber der Zeitpunkt im Anzug ist, wo die katholische Kirche der amerikanischen Regierung über den Kopf gewachsen sein und wo sie mit den weitestgehenden Forderungen hervortreten wird, läßt sich fast mit mathematischer Gewißheit berechnen. Im Jahre 1800 kam auf je 53 in den Vereinigten Staaten lebende Personen ein Katholik. Bis zum Jahre 1850 hatte sich dieses Verhältnis zugunsten der Katholiken bereits so verschoben, daß auf je 14 Personen ein Katholik kam. Heute rechnet man aber schon auf 5 bis 6 Personen einen Katholiken.

In entsprechender Weise wuchs auch das Vermögen der katholischen Kirche innerhalb der Vereinigten Staaten. Der Historiker Friedrich Kapp veranschlagte es im Jahre 1872 auf mindestens 1000 Millionen Dollar. Seit jener Zeit ist es in geradezu fabelhafter Weise gewachsen, so daß die Verhältnisse allmählich jenem den europäischen Ländern wohlbekannten Zustand zutreiben, wo die Kirche, die sogenannte „tote Hand“, den größten Teil des Grundbesitzes an sich gebracht hatte, ein unerträglicher Zustand, der nur dadurch beseitigt werden konnte, daß die Regierungen alles Kircheneigentum beschlagnahmten. In den Vereinigten Staaten entzieht die katholische Kirche den Behörden die Kontrolle über das Besitztum der Kirche dadurch, daß die Bischöfe sämtliches Kircheneigentum auf ihre Person übernehmen und es testamentarisch ihren Nachfolgern übertragen. Da das Kircheneigentum nicht versteuert wird, ein bedeutender Teil aber gar nicht zu kirchlichen, sondern zu weltlichen Spekulationszwecken gebraucht wird, so zieht der Klerus aus diesem unversteuerten Besitz ungeheure Einnahmen, die wiederum in gleicher Weise nutzbringend angelegt werden. Indem die Kirche so ihre Machtstellung unerschütterlich auf den Grundbesitz begründet, so verliert sie ihr Hauptziel, die Verfassung der Vereinigten Staaten und das Land selber in dem vom Papst Leo XIII. gewünschten Sinne umzumodeln, nicht aus dem Auge. Sie sucht das zu erreichen, indem sie die wichtigste Macht des Landes, die Presse, unter ihre Botmäßigkeit bringt oder ihrem Willen gefügig macht. Ferner durch eifriges Wühlen gegen den konfessionslosen Unterricht in den allgemeinen Volksschulen und durch kraftvolles Unterstützen solcher Politiker, bei denen man des Eintretens für den Katholizismus sicher ist. Der weitaus größte Teil der katholischen Jugend Amerikas wird in Pfarr- und Klosterschulen, in von Jesuiten geleiteten katholischen Universitäten und anderen Lehranstalten erzogen. Angeblich wird in manchen dieser Lehranstalten auch militärischer Unterricht erteilt, „da man nicht wissen könne, ob die Katholiken Amerikas nicht eines Tages zur Verteidigung ihres Glaubens und des Eigentums der Kirche die Waffen ergreifen müßten.“ —

Wer dürfte angesichts aller dieser Tatsachen bestreiten, daß dem Fortbestand der Vereinigten Staaten und der geistigen Freiheit ihrer Bürger in dem Katholizismus eine schwere, kaum noch abzuwendende Gefahr droht. Schon in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts konnte sich Claudio Jannet, Professor der Sozialökonomie am „Institut Catholique de Paris“, in seinem umfangreichen Werk über die Vereinigten Staaten in der Gegenwart[Eine deutsche Übersetzung dieses Buches erschien im Jahre 1893 in Freiburg im Breisgau.] dahin äußern, „daß die amerikanischen Politiker fühlen, daß sie sich in der katholischen Kirche einer Macht gegenüber befinden, die, je nachdem sie sich auf diese oder jene Seite stellt, das Zünglein der Wage lenkt“. Dieser Tatsache ungeachtet riet er der Kirche zur Vorsicht, da ihre Stellung noch nicht so unbedingt gesichert sei, daß man sie unklugerweise kompromittieren dürfe. Er sprach dabei aber auch seine Hoffnung aus, daß „eines Tages die Einigkeit zwischen Staat und Kirche in Amerika eine neue, dem Zustande der menschlichen Gesellschaft unserer Zeit entsprechende Form finde“ und daß die „Neue Welt im Lauf des 20. Jahrhunderts Zeuge der wichtigen Tatsache werde, daß die Mehrheit eines Volkes aus vernünftiger Überzeugung und durch einen freien Willensakt sich unter die Leitung der katholischen Kirche stelle.“ —

Zweifellos wird auch für die Vereinigten Staaten eine Zeit der Krise kommen, wo es sich wie in Mexiko, Kolumbia und anderen Ländern um die Frage handelt, ob die römische Hierarchie oder der Staat die Herrschaft führen soll. Wann der unvermeidliche Kampf zum Ausbruch kommen und wer in demselben Sieger bleiben wird, ist nicht vorauszusehen. So viel ist aber gewiß, daß er die furchtbarsten Opfer kosten und den Fortbestand der Vereinigten Staaten auf eine weitaus härtere Probe stellen wird als je zuvor. —

Daß diese Befürchtung keineswegs unbegründet ist, dürfte ein Einblick in mancherlei Vorgänge des amerikanischen Bürgerkrieges der Jahre 1861 bis 1865 sowie in ein Werk des im Jahre 1809 in Kanada geborenen und im Jahre 1899 in Montreal gestorbenen ehemaligen römisch-katholischen Priesters Charles Pascal Chiniquy dartun. Dieser im Jahre 1833 zum Priester geweihte Mann durchlebte die kritische Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges teils in Kanada, teils in den Vereinigten Staaten. Während des Krieges trat er mit dem von ihm hochverehrten Präsidenten Abraham Lincoln häufig in persönliche Beziehungen. Nach seinem Ausscheiden aus der katholischen Kirche unternahm Chiniquy Vortragsreisen durch Amerika, Europa und Australien. Im Jahre 1886 ließ er in London unter dem Titel: „Fifty Years in the Church of Rome“ ein Buch erscheinen, dessen Abschnitte 60 und 61 von äußerster Wichtigkeit sind. Hören wir, was er in denselben zu sagen hatte:

„Die in der Verfassung der Vereinigten Staaten verkündigten erhabenen Grundsätze der Gleichheit, Brüderlichkeit, Freiheit und Toleranz bedeuten gewissermaßen die Erfüllung des Evangeliums Christi. So lautet das Urteil der ganzen Welt, die Kirche Roms ausgenommen. Wie kommt es, daß die Armen, Mühseligen, Zerschlagenen und Unterdrückten aller Länder ihre Blicke, Herzen und Schritte nach diesem Lande lenken? Es geschieht, weil alle Stimmen des Himmels und der Erde ihnen verkündigen, daß die Vereinigten Staaten wirklich das Land jener Brüderlichkeit, Rechtlichkeit, Gleichheit und Freiheit sind, wie sie vom Erlöser der Welt verheißen wurden. Der Papst zu Rom und seine Jesuiten wissen das besser als alle anderen. Deshalb sind sie auch unablässig mit äußersten Anstrengungen darauf aus, diese Republik zu vernichten. Indem sie predigen, es sei ihre Pflicht, alle diejenigen auszurotten, die in ihren religiösen Anschauungen vom allein wahren Glauben abweichen, so halten sie es auch für ihre Pflicht, solche Regierungen und Völker, die sich ihrem Joch nicht unterwerfen wollen, zu zerstören, wo immer sie das, ohne Gefahr zu laufen, tun können. Betrachtet Rom es als seine Aufgabe, alle unteren Volksschichten dahin zu belehren, daß sie den oberen ebenso willenlos zu folgen haben, wie der Körper oder ein Stock der sie führenden Hand folgt, so weiß Rom aber auch sehr wohl, daß es dieses Ziel nicht erreichen kann, solange die freie amerikanische Volksregierung besteht. Deshalb ist Rom darauf aus, ihr Widerstand entgegenzusetzen, sie zu lähmen und zu stürzen, wann und wo immer eine Gelegenheit dazu sich bieten sollte. Mit Luchsaugen lauert es auf eine solche Gelegenheit. Voll Unruhe und Grimm beobachtete es die Gründung und den Aufstieg dieser mächtigen Republik. Denn es weiß sehr wohl, daß jeder echte Bürger der Vereinigten Staaten den Wunsch hegt, deren Grundsätze von Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit über die ganze Welt zu verbreiten. Es entging den Päpsten auch nicht, daß die unwiderstehliche Wirkung dieser Grundsätze sich bei den entlegensten Völkern fühlbar macht und daß bei einer weiteren Ausbreitung derselben der Fortbestand Roms gefährdet werde. Deshalb ist Rom unablässig in hinterlistiger Weise darauf bedacht, den Samen der Zwietracht, des Hasses zwischen den beiden großen Hälften der Vereinigten Staaten, dem Süden und dem Norden, auszustreuen. Deshalb auch seine unaussprechliche Freude, als es sah, daß seine Bemühungen, das Volk der Vereinigten Staaten über der brennenden Frage der Sklaverei zu entzweien, erfolgreich waren. Die eine Partei durch die andere zu zertrümmern, um fortan über die blutigen Reste beider herrschen zu können, das ist Roms unabänderliche Politik. In der Zuversicht, daß die Stunde seines endgültigen Triumphes über dieses Land nahe sei, befahl Rom dem Kaiser von Frankreich (Napoleon III.), sich bereitzuhalten, um mit einer Armee von Mexiko aus den Süden zu unterstützen und die Nordstaaten zu vernichten. Desgleichen gebot der Papst sämtlichen römisch-katholischen Bischöfen und Priestern, wie auch allem gläubigen Volk, sich unter das Banner der Sklavenstaaten zu stellen. Jedermann weiß, daß die Bischöfe und Priester, mit nur einer einzigen Ausnahme, diesem Befehl wie ein Mann folgten. Vor allem wurde auch befohlen, sich der Erwählung Lincolns zu widersetzen und sie um jeden Preis zu verhindern. Hatte seine beredte Stimme doch vom ersten Tage seines Auftretens an die Anhänger der Sklaverei mit Schrecken erfüllt. Damals, wie noch heute, stand die demokratische Presse fast ausnahmslos unter der Kontrolle der römischen Kirche, und die willfährigen Handlanger der Jesuiten überschwemmten das Land mit den fürchterlichsten, gegen Lincoln gerichteten Verleumdungen. Sie nannten ihn einen Affen, ein dummes Vieh, einen gefährlichen Irrsinnigen, ein blutiges Ungeheuer, einen brutalen Wüterich usw. Kurz, Rom erschöpfte seinen ganzen Sprachschatz und durchstöberte sämtliche englische Wörterbücher nach Ausdrücken, die das Volk mit Haß, Abscheu und Angst gegen ihn erfüllen könnten. Nichtsdestoweniger war es Gottes Wille, daß der ehrenhafte Abraham Lincoln am 4. März 1861 das Amt eines Präsidenten der Vereinigten Staaten übernehmen solle.“ —

Weiter berichtet Chiniquy, er habe Lincoln wiederholt vor mörderischen Anschlägen gewarnt, die von Römlingen gegen den Präsidenten geplant seien. Von dem Bestehen solcher Anschläge sei er durch einen Priester unterrichtet worden, der gleich ihm aus der Kirche ausgeschieden war. Lincoln habe von solchen Anschlägen bereits gewußt und sei einem in Baltimore beabsichtigten Mordversuch entgangen, indem er die Stadt mehrere Stunden vor der angekündigten Zeit, und zwar inkognito, passierte.

Trotz aller Vorsichtsmaßregeln fiel Lincoln dennoch am 14. April 1865 in der Bundeshauptstadt Washington einem von langer Hand vorbereiteten Mordanschlag solcher Römlinge zum Opfer. Während er mit seiner Familie einer Theatervorstellung beiwohnte, wurde er von dem in seine Loge eingedrungenen Schauspieler John Wilkes Booth niedergeschossen. Um die gleiche Stunde waren auch Mordanschläge gegen den Vizepräsidenten Johnson, den Staatsminister Seward und den während des Krieges so erfolgreichen General Grant geplant. Wären alle diese Anschläge erfolgreich verlaufen, so wäre wahrscheinlich ein Wiederaufflammen des eben beendeten Bürgerkrieges zu erwarten gewesen. Aber die Anschläge auf den Vizepräsidenten und General Grant schlugen fehl. Dagegen wurde der erkrankte Staatsminister Seward in seinem Bett überfallen und durch Messerstiche schwerverwundet. Lincoln starb am Morgen des 15. April.

Sein Mörder war nach der Tat entflohen, wurde aber nach langer Verfolgung eingeholt und erschossen. Es gelang auch, seine Mitverschworenen zu verhaften. Die Verhöre ergaben, daß sämtliche Teilnehmer an dem Komplott fanatische Katholiken waren und ihr Hauptquartier in dem von katholischen Priestern oft besuchten Boardinghaus einer ebenso fanatischen Katholikin, Frau Mary Surratt, gehabt hatten.

Zwei der die Verhöre schildernden Werke mögen hier genannt werden. In erster Linie das von dem die Verhöre niederschreibenden Protokollführer Benn Pitman im Jahre 1865 in Washington veröffentlichte Buch: „The Assassination of President Lincoln and the Trial of the Conspirators.“ Ferner „The suppressed Truth about the Assassination of Abraham Lincoln. Written and compiled by Burke McCarty, Ex-Romanist. (Washington D. C. 1922.) —

Zieht man die in diesen Büchern geschilderten Ereignisse sowie die Tatsache in Betracht, daß seit dem Bürgerkrieg die Machtstellung Roms in den Vereinigten Staaten ungeheuer gewachsen ist, während seine Ziele die gleichen blieben, so kann man sich nicht gegen die Erkenntnis verschließen, daß die Zukunft der Republik Anlaß zu den ernstesten Befürchtungen gibt. Die Erbitterung, mit der die Präsidentenwahl des Jahres 1928 geführt wurde, wo zum erstenmal in der Person des Gouverneurs des Staates Neuyork, Alfred Smith, ein Katholik als demokratischer Präsidentschaftskandidat aufgestellt war, läßt erkennen, daß die in den Vereinigten Staaten bestehenden religiösen Gegensätze sich mehr und mehr verschärfen und daß es infolge derselben über kurz oder lang zu ähnlichen blutigen Zusammenstößen kommen mag wie in der Nachbarrepublik Mexiko. —

Auf Seite 715 seines Buches „Fifty Years in the Church of Rome“ schreibt Chiniquy dem Präsidenten Lincoln folgende Prophezeiung zu:

„Ich maße mir nicht an, ein Prophet zu sein. Aber obwohl kein Prophet, sehe ich dennoch eine finstere Wolke an unserem Horizont heraufziehen. Sie kommt von Rom und ist voll blutiger Tränen. Sie wird höher und höher steigen und zunehmen, bis ihre Flanken durch einen von furchtbaren Donnerschlägen gefolgten Blitzstrahl zerrissen werden. Dann wird ein Zyklon, wie die Welt einen gleichen nie erlebte, über unser Land dahinbrausen und sowohl über den Norden wie über den Süden Tod und Verderben bringen. Nachdem er sich ausgetobt hat, werden lange Tage des Friedens und Gedeihens folgen, denn das Papsttum mitsamt seinen Jesuiten und seiner mitleidlosen Inquisition werden für immer aus unserem Lande hinweggefegt worden sein. Weder ich noch Sie, aber unsere Kinder werden diese Dinge erleben!“ —

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