[1] R. C. DARWIN / DIE ENTWICKLUNG DES PRIESTERTUMS UND DER PRIESTERREICHE

Darwin, Randolph Charles - Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche; Theodor Weicher Verlag, 1929

„Unter allen menschlichen Bestrebungen steht obenan der Drang nach Wissen, nach Erkenntnis. War er es doch, der den Aufstieg der Menschen aus ihrem urtümlichen rohen Zustand bewirkte und sie allmählich zu ihrer gegenwärtigen Höhe emporführte. Trotz vieler, diesen Aufstieg hemmenden Hindernisse.

Das größte Hindernis war zweifellos der bewußte, hartnäckige Widerstand einer Gattung von Menschen, die zuerst erkannten, daß Wissen Macht bedeutet, aus selbstsüchtigen Absichten aber danach trachteten, diese Macht ausschließlich zu ihrem eigenen Vorteil auszunützen. Es waren jene Schamanen, Geisterbeschwörer und Magier, die im Leben aller Naturvölker eine so wichtige Rolle spielten und aus denen mit der Zunahme ihres Wissens und ihrer Macht allmählich jene Priester hervorgingen, die, gleichfalls von Habgier und Herrschsucht getrieben, ihre Stammesgenossen vorsätzlich in deren Aberglauben bestärkten, sie in beständiger Furcht und geistiger Knechtschaft hielten und dadurch ganze Völker, ganze Länder ihrer priesterlichen Botmäßigkeit unterwarfen.“

Lieber Leser und liebe Leserin,

im nachfolgenden kann man das Buch „Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche“ des Autors Rudolf Cronau lesen. Er schrieb das Buch unter dem Pseudonym „Randolph Charles Darwin“.

Das Buch wird aufgrund seiner Größe auf mehrere Beiträge verteilt. In diesem, dem ersten Beitrag, befindet sich meine kurze Einleitung, allgemeines zum Buch und der erste Teil des Buches: Titel, Inhaltsverzeichnis und Einleitung des Autors.

Das Buch habe ich auf der Webseite archive.org gefunden. Es lässt sich dort als PDF-Datei herunterladen, oder direkt von diesem Blog. Das Buch war zwar zum Glück schon digitalisiert, weswegen die restliche Textaufbereitung meinerseits in „nur“ ungefähr 40 Stunden stattfinden konnte, die Veröffentlichung nahm nocheinmal ungefähr 20 Stunden in Anspruch.

Ich habe den Text des Buches unverändert übernommen. Findest du einen Fehler, der bei der Digitalisierung leider oft vorkommt, wäre ich dir dankbar, wenn du mir ihn mitteilst. Im Buch g e s p e r r t gedruckte Schrift habe ich normalisiert, aber fett hervorgehoben. Dies dient der besseren Leserlichkeit und Indizierbarkeit des Textes.

Bei der Studiengruppe „Naturalismus und Hintergrundpolitik-Kritik seit 1900 / Ludendorff-Bewegung lesen wir über den Autor und sein Buch:

„Und das von ihr [Mathilde Ludendorff, Anmerkung neuevolkswarte.wordpress.com] besprochene, außerordentlich lesenswerte Buch läßt sich auch heute noch besser einordnen von der Motivlage des Verfassers her, wenn man das sonstige Leben und Wirken dieses vielleicht nicht ganz unbedeutenden Humanisten, Kirchen- und Priesterkritikers kennt.

Es handelt sich nämlich um den deutschamerikanischen Schriftsteller Rudolf Cronau (1855 – 1939) aus Solingen, der schon früh nach den USA ausgewandert war, und der schon zum Zeitpunkt der Herausgabe dieses Buches auf ein sehr reichhaltiges Abenteuer-, Reise- und Schriftsteller-Leben zurückblicken konnte (vgl. 1, 2 –  24). Er gilt unter anderem als einer der bedeutendsten Indianer- und Westernmaler. Wichtiger aber wohl ist, daß er schon 1919 eine Geschichte der Frauenemanzipation geschrieben hat (16). Sein Nachlaß befindet sich heute im Stadtarchiv Solingen (1). Und über ihn ist inzwischen auch allerhand Literatur erschienen (Auswahl: 24 – 29).“ (Quelle: http://studiengruppe.blogspot.com/2012/02/priesterliche-weltherrscher-ein-warnruf.html, abgerufen am So., 2. Nov. 2014, 11:58)

Das vorliegende Buch schätze ich als eines der wichtigsten Aufklärungswerke im Kampf gegen die wahren Feinde der Völker und der Natur, namentlich die Priesterkasten, ein. Die wesentlichsten Geschichtegestalter der letzten Jahrtausende waren allerorts die Priesterkasten und spätestens seit der Globalisierungsphase ist ihr Streben nach Weltherrschaft für jedermann klar ersichtlich, der es denn erkennen will. Blutig und abgrundtief verwerflich sind ihre Methoden, dieses Ziel zu erreichen. Will die Menschheit Frieden, Wohlstand, Liebe und Glück, muss sie endlich die Feinde dieser Gottes- oder Naturgeschenke erkennen, nämlich jene, die sich als die vermeintlichen „Vermittler zwischen Mensch und Gottheit“, die Priester bezeichnen und dadurch ungeheure Macht auf die Gläubigen ausüben. Das Buch klärt über diese auf.

Mit freundlichen Grüßen,

Laetitia

Ab Hier geht es weiter mit dem Originaltext des Buches:


DARWIN / DIE ENTWICKLUNG DES PRIESTERTUMS
UND DER PRIESTERREICHE

DIE ENTWICKLUNG
DES PRIESTERTUMS UND DER
PRIESTERREICHE
ODER
SCHAMANEN, WUNDERTÄTER UND GOTTMENSCHEN ALS BEHERRSCHER DER WELT
EIN WARNRUF AN ALLE FREIHEITLIEBENDEN VÖLKER

VON
RANDOLPH CHARLES DARWIN

Ihr werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit wird Euch freimachen!
Ev. Johannis 8, 32

LEIPZIG
VERLAG VON THEODOR WEICHER
COPYRIGHT 1929
BY THEODOR WEICHER IN LEIPZIG
PRINTED IN GERMANY
DRUCK VON G. KREYSING IN LEIPZIG

DEM ANDENKEN
AN
SOCRATES, SAVONAROLA, WYCLIF,
HUS, LUTHER, CALVIN, BRUNO,
GALILEI, VANINI, KOPERNIKUS,
DARWIN, HAECKEL, CHINIQUY,
INGERSOLL, HOENSBROECH
UND ANDERE WAHRHEITSUCHER,
DIE IM RINGEN NACH ERKENNTNIS UND
GEISTIGER FREIHEIT VERFOLGUNG UND
HASS ERDULDEN MUSSTEN UND IHR
LEBEN EINSETZTEN.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Widmung V
Einleitung VII

Erstes Buch

Der Ursprung religiöser Vorstellungen und Gebräuche 3
Geisterbeschwörer, Schamanen und Medizinmänner in ihrem Aufputz 9
Die Schamanen als Gaukler 16
Schamanen und Fetischpriester als Bauchredner 24
Die Schamanen als Regenmacher und Wettervertreiber 33
Bildzauber und Rachepuppen 39
Die Furcht vor den Fetischpriestern 45
Die Machtstellung der Schamanen und Fetischpriester 50
Schamanistische Schülerproben 58
Das Entstehen der Priesterzünfte 62
Das Entstehen der Priesterreiche 74
Tempelgeheimnisse des klassischen Altertums 88
Von redenden Bildsäulen und Orakeln 102
Wallfahrtsorte des Altertums 110
Talismane und Amulette 123
Das Entstehen des Glaubens an die Seele und die Einführung der Totenopfer 126
Die Gefilde der Seligen und die Orte der Verdammten 138
Wunderliche Heilige des Orients 143

Zweites Buch

Das erste Jahrtausend des Christentums 151
Die Anfänge des christlichen Mönchstums 174
Teufel und Hölle im Glauben des christlichen Mittelalters 181
Das Papsttum in seinen Kämpfen mit den deutschen Königen und Kaisern des frühen Mittelalters 189
Mohammed und der Islam 217
Das Zeitalter der Kreuzzüge und der Inquisition, zugleich das Zeitalter der geistlichen Ritter- und neuer Mönchsorden 228
Das Interdikt als Mittel zur Unterwerfung der Herrscher und Länder 241
Die Heiligenverehrung der alleinseligmachenden Kirche 245
Die Entwicklung des christlichen Reliquienkults und das Entstehen der christlichen Wallfahrtsorte 251
Das Priester- und Papsttum des Mittelalters 267
Die Unterwerfung der Kirche durch die Päpste 283
„Simonie“, der Ämterschacher der mittelalterlichen Kirche 290
Trug- und Schreckmittel der mittelalterlichen Kirche 294
Wie die christlichen Priester ihre Gläubiger zur Ader ließen und freisprachen von allen Sünden 300
Der Hexenwahn und die Hexenprozesse des christlichen Mittelalters 308
Die Zeit der Bauernerhebung und der Reformation 318
Die Glaubenskriege der Reformationszeit 335
Die katholische Kirche in Latein-Amerika 346
Rom in den Vereinigten Staaten 357
Die Päpste der Neuzeit als Über- und Gottmenschen 370
Märtyrer der Erkenntnis und Wissenschaft 379
Der gegenwärtige Kampf um die Freiheit des Denkens und der Wissenschaften 386

EINLEITUNG

Unter allen menschlichen Bestrebungen steht obenan der Drang nach Wissen, nach Erkenntnis. War er es doch, der den Aufstieg der Menschen aus ihrem urtümlichen rohen Zustand bewirkte und sie allmählich zu ihrer gegenwärtigen Höhe emporführte. Trotz vieler, diesen Aufstieg hemmenden Hindernisse.

Das größte Hindernis war zweifellos der bewußte, hartnäckige Widerstand einer Gattung von Menschen, die zuerst erkannten, daß Wissen Macht bedeutet, aus selbstsüchtigen Absichten aber danach trachteten, diese Macht ausschließlich zu ihrem eigenen Vorteil auszunützen. Es waren jene Schamanen, Geisterbeschwörer und Magier, die im Leben aller Naturvölker eine so wichtige Rolle spielten und aus denen mit der Zunahme ihres Wissens und ihrer Macht allmählich jene Priester hervorgingen, die, gleichfalls von Habgier und Herrschsucht getrieben, ihre Stammesgenossen vorsätzlich in deren Aberglauben bestärkten, sie in beständiger Furcht und geistiger Knechtschaft hielten und dadurch ganze Völker, ganze Länder ihrer priesterlichen Botmäßigkeit unterwarfen. —

Das vorliegende Buch schildert an der Hand einwandfreier Belege die Entwicklung dieses Priestertums aus dem Schamanentum und zeigt, durch welche Ränke es den Priestern vieler Länder gelang, sich zu deren Beherrschern aufzuwerfen, denen nicht bloß absolute Untertänigkeit, sondern sogar göttliche Ehren erwiesen werden mußten. Es zeigt ferner, wie solche Priesterherrschaft für manche Völker zum Verhängnis wurde, indem sie deren Stillstand, oft sogar deren Untergang herbeiführte. Weiterhin legt es dar, wie die grenzenlose Habgier und Herrschsucht solcher Priester, ja ihre Streitereien über allerlei Glaubensfragen oft grauenhafte Kriege verursachten, die Millionen Menschenleben vernichteten und unbeschreibliches Elend zur Folge hatten. Man denke nur an die vielen Religionskriege des Orients, an die von der katholischen Kirche geführten Vernichtungskämpfe gegen die Arianer, Waldenser, Albigenser, Stedinger und Hugenotten, an die über zwei Jahrhunderte sich hinziehenden Kreuzzüge, an die Hussitenkriege, und an den von 1618 bis 1648 währenden Dreißigjährigen Krieg, der ganz Europa erschütterte und das vordem so blühende Deutsche Reich nahezu in eine Wüste verwandelte! —

Katastrophen ähnlicher Art sind heute keineswegs ausgeschlossen, sind doch die Ansprüche und Forderungen der Priester in vielen Ländern nicht nur die gleichen, sondern sie gehen noch weiter als vor Tausenden von Jahren und während des finstersten Mittelalters. Noch heute kommt es wegen religiöser Fragen, wegen der angestrebten Vorherrschaft des Priestertums oder gewisser Glaubensgenossenschaften in vielen Ländern zu erbitterten Streitereien und grauenhaften Mordtaten. Noch heute liest man von blutigen Kämpfen zwischen den Mohammedanern und Brahmanen Indiens, von religiösen Wirren in den Ländern Europas wie in den Republiken Mittel- und Südamerikas. In den Vereinigten Staaten besteht begründeter Anlaß zu der Befürchtung, daß es daselbst infolge der gewaltigen Ausbreitung des Katholizismus und seiner stetig zunehmenden Einmischung in die innere Verwaltung und Politik in absehbarer Zeit zu einem abermaligen Bürgerkrieg kommen werde, dessen Tragweite und Ausgang niemand ermessen kann.

Daß Zustände der gleichen Art auch die Wiedergenesung Europas aufhalten, dürfte jedermann klar sein, der mit offenen Augen die dortige Lage zu überschauen vermag. Das im Februar dieses Jahres zwischen dem Vatikan und dem italienischen Diktator Mussolini geschlossene Konkordat ist nicht, wie Papst Pius XI. glaubte betonen zu müssen: „ein Schritt zum Weltfrieden“, sondern eine Handlung, welche sämtliche nicht der Botmäßigkeit des Papstes unterworfene christliche Glaubensgemeinschaften auf das äußerste beunruhigt und sie zwingt, ihr Rüstzeug anzulegen und eine Abwehrstellung einzunehmen.

Auf solche bereits bestehende oder im Anzug befindliche Gefahren aufmerksam zu machen, ihnen durch diese Hinweise womöglich vorzubeugen, ist der Hauptzweck dieses Buches. Und es ist der tiefinnigste Wunsch seines Verfassers, daß es diesen Zweck erfülle und die Menschheit von abermaligen Glaubenskriegen verschont bleiben möge. —

Das Buch stellt sich ferner die Aufgabe, die Menschheit von dem seit Urzeiten auf ihr lastenden Wahnglauben an böse Geister und Teufel, an Unterwelten, Fegfeuer, Höllen und ähnliche Schreckensorte zu befreien, die von Priestern längst versunkener Zeiten lediglich ersonnen wurden, um ihre Mitmenschen in ewiger Furcht und Unterwürfigkeit zu halten. Indem das Buch den Ursprung und die Entwicklung solcher Phantasiegebilde schildert, will es seine Leser gleichzeitig zu jenen reineren, sonnigen Höhen emporführen, wo keine rachgierigen, opferheischenden Götzen und Götter thronen, zu Höhen, wo anstatt religiöser Unduldsamkeit Freiheit des Geistes waltet, die sich an den tausendfältigen Wundern der Natur, an den erstaunlichen Erfolgen der modernen Wissenschaft und an den Beispielen wahrer Menschenliebe erfreut und erhebt.

Aufklärung, Erkenntnis, Wissen, das sind die Kräfte, die allein zur wahren Befreiung und zum weiteren Aufstieg der Menschheit führen können und führen werden!

Florenz, im Frühling 1929.

Randolph Charles Darwin.

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Über Laetitia

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